BERICHTE


Hier veröffentliche ich Berichte von den Rennen sowie Trainings, also eine Art Blog, wo Ihr von meinen Erlebnissen an sowie neben der Rennstrecke erfahrt. Lest Euch einfach die Berichte durch, dann seid Ihr auf dem aktuellsten Stand was meine derzeitige Saison betrifft.

 

Ich freue mich :-)


8.10.2019

 

 

 

Lauf 15 und 16 IDM Superbike 1000

vom 27. bis 29.9. 2019 in Hockenheim

 

 

Wie schnell die Saison schon wieder verflog. Gerade noch das Auftaktrennen am Lausitzring gefahren, schon stehe ich im Fahrerlager auf dem Hockenheimring zum Finale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft. Der Hockenheimring liegt nur ca. 98 Kilometer von mir daheim entfernt und ist somit mein Heimrennen. Die Strecke gefällt mir sehr gut und nirgends wo habe ich mehr Kilometer gedreht wie auf diesem Kurs. Auch wenn wir nur ca. 1 ½ Stunden Autofahrt zum Hockenheimring haben, dauerte die Anreise am Donnerstagmittag um so länger. Für 98km haben wir 4 Stunden gebraucht. Da wären wir mit dem Zug schneller gewesen. Nachdem wir erst um 20 Uhr ankamen und das Team schon alles aufgebaut und vorbereitet hatte, ging es noch schnell zur Anmeldung und zur technischen Abnahme des Motorrads und der Motorradhelme. Bei jeder Veranstaltung wird das Motorrad und der wichtigste Schutz eines Fahrers, der Helm auf Beschädigungen kontrolliert. Die Wetterverhältnisse waren für das Wochenende nicht die besten. Trotzdem durften wir uns laut Wetter-App am Rennsonntag auf Sonnenstrahlen und auf eine trockene Strecke freuen.

Das Finale der IDM war wieder gut besucht.

 

Donnerstagnachts weckten mich die Regentropfen auf dem Wohnmobildach und mir wurde schnell klar, dass es zum ersten freien Training nass bleiben wird. Das erste freie Training startete um 10:45 Uhr. Mit Regenreifen und einem Regenüberzugskombi ging es dann raus auf die Strecke. In den letzten Jahren habe ich immer versucht, das Regenfahren zu vermeiden, da man schnell stürzen und sich dabei verletzen kann. Ebenso kann man einen Haufen Schrott fabrizieren. An diesem Wochenende wusste keiner so richtig, ob es am Quali Tag auch regnen wird oder sogar am Renntag. Auf der Strecke tastete ich mich Runde für Runde an die Pirelli Regenreifen und an die Streckenbedingungen. Da vor dem IDM-Wochenende eine Autoveranstaltung auf dem Hockenheimring stattfand, war die ganze Strecke ziemlich rutschig und einige Superbike Piloten mussten zu Boden gehen. Ich drehte eifrig meine Runden und konnte das ganze freie Training zu ende fahren.

Nach jedem Training wurden Änderungen am Fahrwerk vorgenommen

 

Trotz Regenkombi war ich komplett nass. Wir versuchten zwischen den Pausen die Stiefel, Kombi und Handschuhe mit Heizlüftern zu trocknen. Im zweiten freien Training fühlte sich alles schon viel besser an. Die Rundenzeiten wurden auf Anhieb besser und ich konnte ein gutes Gefühl aufbauen. Die Änderungen am Fahrwerk haben sich bemerkbar gemacht. Nach 30 minütiger Fahrzeit war ich wieder komplett nass, konnte mich aber auf Rang 7 vorfahren. Ich hätte nicht gedacht, dass es im Regen so viel Spaß macht zu fahren. Für das dritte freie Training machten wir das Fahrwerk nochmals weicher und bauten einen neuen Hinterreifen ein. Doch schon in der vierten Runde kam ich mit einigen anderen Fahrern zurück in die Box. Es regnete so stark, dass das Wasser nicht mehr ablaufen konnte. Für mich war der Tag also vorbei. Das Team zerlegte das Motorrad undputztenalle Teile. Ich schautespäter auf der Tribüne den anderen Klassen beim fahren zu und drehte anschließend ein paar Runden mit dem Fahrrad durchs Fahrerlager. Am Abend gab es dann leckeres Hähnchengeschnetzeltes zum Abendessen.

 

Am Samstagmorgen um 10:00 Uhr ging es dann ins erste Qualifiying der IDM Superbike 1000. Die Strecke war trocken und mit vollem Fokus ging es raus auf die Strecke. Wir starteten direkt mit der SCO Hinterradmischung, ein sehr weicher Reifen mit extrem viel Grip. Vorne bin ich das ganze Jahr egal was für Bedingungen einen SC3 Reifen gefahren. Ich konnte schnell einen guten und sicheren Rhythmus finden. Doch so ganz auf Zeiten kam ich leider nicht. Im zweiten Quali konnte ich mich nochmals steigern, den Platz aber nicht verbessern. Startplatz 21 für die beiden Rennen am Sonntag.

 

Das 10 minütige Warm Up drehte ich mit alten Reifen um nochmals zu schauen ob alles passte. Es war noch ganz schön frisch am morgen und der Reifen war nicht ganz so warm. Wir waren ready für den Rennsonntag und alles war vorbereitet. Das erste Rennen startete um 12:05 Uhr. Mit einer Renndistanz von 18 Runden (66,64 Kilometer) ging es dann ins Rennen. Das Wetter war wie angekündigt perfekt. Der Start war super und ich konnte einen Platz gewinnen. Die erste Runde ging es wieder heiß her mit einigen harten Überholmanöver. Ich konnte den Suzuki Fahrern vom HPC- Racing Team folgen und war gut dabei. Zu den Hintermännern konnte ich Runde für Runde einen Abstand rausfahren. In der siebten Runde merkte ich schon, wie mein rechter Arm immer weiter zu ging. Ich versuchte den Vorsprung zu verwalten und das Gas ein bisschen heraus zunehmen. Am Ende kam ich leider nur als 20. ins Ziel.

Im ersten Rennen war die Strecke noch trocken

 

Für das zweite Rennen war das Motorrad fertig vorbereitet. Es waren neue Reifen montiert und alles wurde nochmals gecheckt. Wir haben über die Elektronik, die Gasannahme noch ein bisschen sanfter eingestellt. Vor uns startete die Klasse Supersport 600. Es zogen einige Wolken über dem Hockenheimring umher und die ersten Tropfen waren zu spüren. Das Rennen der 600er Fahrer wurde unterbrochen und in der Boxengasse breitete sich Hektik aus. Alle Teams versuchten in Eile die Reifen zu wechseln, damit sie für den Neustart fertig waren. Mein Team handelte auch und wechselte das Federbein sowie die Federn der Gabel. Ebenso wurden die Felgen ausgebaut um schneller zu handeln. So waren die Regenreifen und die Trockenreifen griffbereit. Ich freute mich schon auf das Regenrennen und war startklar. Das Rennen der Supersport 600 war zu Ende und ich schaute nochmals auf die Strecke. Alles nass. Wie alle anderen Superbike Piloten fuhren wir mit

Regenreifen in die Startaufstellung. Schon bei der Besichtigungsrunde konnte ich im hinteren Teil eine fast komplett trockene Strecke erkennen. In der Startaufstellung wurde dann bekannt gegeben, dass das Rennen um zwei Runden gekürzt wird und wir zwei statt einer Einführungsrunde haben. Wir warteten noch ab und wechselten erst spät die Reifen. Hinten kam der Slick drauf und vorne, ja… es fehlte das Werkzeug um vorne das Rad zu wechseln. So startete ich mit einem Regenreifen vorne und einem Trockenreifen hinten in das Rennen. Die Strecke war zu diesem Zeitpunkt schon fast trocken. Da das Fahrwerk komplett auf Regen umgestellt wurde, war das Bike unfahrbar. In jeder Kurve drehte mir das Vorderrad ein und ich war ständig in Sturzgefahr. In der zweiten Runde kam ich in die Box zurück. Das Team wechselte vorne die Felge mit dem Slick. Ich versuchte noch einmal das Rennen mit 2 Runden Rückstand aufzunehmen. Trotz Trockenreifen vorne/hinten hatte ich durch das weiche Fahrwerk kein Vertrauen. Leider musste ich das Rennen so aufgeben.

 

Natürlich war ich enttäuscht nach dem Rennen. Eigentlich wollte ich zum Saisonabschluss nochmals vor Heimpublikum ein

gutes Rennen abliefern. Stattdessen musste ich das Rennen aufgeben.

 

Nun ist meine erste IDM Saison in der Klasse Superbike 1000 auch schon vorbei. Für mich war es eine anstrengende und harte Saison in der höchsten Hubraumklasse. Trotzdem konnte ich einiges lernen und habe viel an Erfahrung dazu gelernt. Neben dem Studium und zwei Nebenjobs musst du natürlich versuchen alles zu geben um vorwärts zu kommen. Ich habe jeden Tag Sport getrieben, unzählige E-Mails geschrieben, viele Sponsorentermine gehabt, Trainings,…. . Da hat man für andere Sachen keine Zeit mehr

Regentanz am Freitag

 

Wie es in der nächsten Saison weitergeht steht noch nicht fest. Ich bin gerade mit einigen Teams aus der IDM Superbike und einem Team aus der Langstrecken WM in Kontakt. Nächste Woche geht es mit Freunden erst einmal nach Italien zum Motocross Training und anschließend auf die EICMA Messe in Mailand. Ich hoffe, dass wir schnell eine Option für mich finden und ich mit den Wintertest beginnen kann.

 

Danke an Christoph Sannwald, der meine Arme wieder für das zweite Rennen fit bekommen hat. Und natürlich auch an meine Freundin Dini Baumstark, die wieder in der Startaufstellung den Schirm gehalten hat.

 

Vielen Dank an das gesamte JR-Racingteam , allen voran Teamchef Dominik Jung, und an alle Sponsoren, die mir das Abenteuer Superbike 1000 in dieser Saison ermöglicht haben. Natürlich auch ein riesen Dankeschön an meine Mama und Papa, ohne die ich nicht hätte starten können, denn es gehört so viel zu diesem Sport.

 

Euch allen noch eine schöne Woche.


Euer Timmy #23

 

 


10.09.2019

 

 

 

Lauf 13 und 14 IDM Superbike 1000

vom 6. bis 8.9. 2019 in Assen

 

 

Assen im Nassen. Am Wochenende ging es nach Holland auf den TTCircuit Assen. Seit 2006 wurde die Streckenlänge durch den Wegfall der Nordkurve auf 4555m redueziert, davor waren es über7 Kilometer. Die längste Gerade misst 970m und die Kurven auf dem TT Circuit sind traditionell leicht überhöht. Man kann also die Kurven viel schneller fahren, trotzdem muss man sich dies erst einmal trauen. Einige Rennen wurden in der letzten Runde in der Schikane vor Start und Ziel entschieden. Die Strecke gefällt mir persönlich sehr, da einige Streckenabschnitte sehr schnell sind und man mit viel Speed in die Kurven fahren kann. Bereits im Junior Cup war die Rennstrecke fester Bestandteil des IDM Kalenders. Die lange Anfahrt von über 650 Kilometer ist ein kleiner Nachteil. Da die Strecke nicht weit weg vom Meer ist, hat man eigentlich durchgehend Wind und das Wetter kann in kürzester Zeit umschlagen.

Eingang Start-und Zielgeraden

 

Da es in Assen morgens immer erst so spät losgeht, hatten wir nur zwei freie Trainings am Freitag. Das Bike war ready und ich freute mich endlich wieder fahren zu können. Ich fuhr aus der Box, Richtung Vorstart. Die Ampel ging auf grün und alle Fahrer knallten los. Mein Bike fing wie in Most an zu stottern. Ich wollte nochmals sicher gehen, ob derPitlimiter (Motorrad läuft nicht schneller als 60km/h für die Boxengasse) ausgeschalten ist. Ja er war aus und trotzdem sprang das Bike ruckartig nach vorne. Die Anzeigeinstrumente gingen andauernd an und aus. Ich kam sofort in die Box zurück um keine Zeit zu verlieren. Leider konnte das Team den Fehler nicht finden und ich verbrachte das erste freie Training in der Box. So verlor ich wichtige Zeit und Fahrkilometer auf dem Motorrad. Zum Glück hatten wir zwischen den freien Trainings eine lange Pause. Das Team wechselte den Kabelbaum, den Schaltautomat, das Dashboard,…. . Am Ende war es einfach nur ein kaputter Schalter, der das Motorrad lahm legte. Im zweiten freien Training versuchte ich natürlich den Rückstand wett zumachen und blieb die ganzen 30 Minuten auf der Strecke. Am Abend änderten wir einiges am Fahrwerk und der Geometrie, da das Motorrad nur am Steigen war und es unheimlich Kraft kostete das Bike schnell und kontrolliert zu fahren. Ebenfalls montierten wir noch auf einen Felgensatz die neuen Regenreifen von Pirelli, denn es sollte am Abend schon anfangen zu regnen.

Schnelle Passagen liegen der Suzuki

 

Am Samstagmorgen hatten wir dann im ersten Qualifiying noch einige nasse Stellen. Sowohl auf der Ideallinie beim anbremsen als auch in den Schikanen beim Richtungswechsel. Ich tastete mich Runde für Runde an das Tempo ran und versuchte das Vertrauen aufzubauen. Ende Gegengerade bog ich in die Schikane ein und bin fast abgeflogen. Mein Hinterreifen berührte nur eine ganz kleine nasse Stelle auf dem Asphalt. So schnell kann es gehen. Zum Glück gerade nochmal sitzen geblieben. Auf der Strecke sind immer wieder einige Fahrer gerade aus gefahren, da die Bedingungen echt schwierig waren. Nach 30 Minuten lag ich auf dem 21. Platz. Ich war einfach zu vorsichtig. So musste ich im zweiten Quali dann nochmal alles geben. Die Strecke trocknete soweit ab und wir waren zuversichtlich mit trocken Bereifung zu fahren. Es waren einige dunkle Wolken über der Strecke und alle Fahrer wussten, die Zeiten müssen gleich zu Beginn gefahren werden. Wir standen schon alle vor der roten Ampel und konnten es kaum abwarten bis sie auf grün umschaltete, denn die Zeit lief uns davon. Wir düsten los und in der ersten Kurve merkten wir schon, wie sich einzelne Tropfen auf dem Visier breit machten. Die Fahrer vor mir reduzierten die Geschwindigkeit und fuhren die erste Runde langsam. Vielleicht war der hintere Streckenabschnitt schon komplett nass, aber es war trocken. Nachdem wir über die Ziellinie kamen,wurde schon die gelb/rote Flaggege schwenkt. Die Fahrer hielten alle die Hand nach oben und bogen hintereinander im Gänsemarsch mit dem Fuß am Boden in die erste Kurve, es war spiegelglatt und die Strecke im ersten Abschnitt komplett nass. Zu gefährlich um mit Slicks zu fahren. WirFahrer waren uns einig zurück in die Box zu rollen. Zwei weitere Fahrer versuchten Ihr Glück, was aber in die Hose ging. Beide stürzten in der ersten Kurve, so konnte ich meine Zeit leider nicht weiter verbessern und musste von Platz 21 ins Rennen starten.

Am Sonntag war dann Renntag. Die Strecke war trocken und ich war bereit für das erste Rennen. Die Renndistanz betrug 15 Runden, der Start war super, doch in den ersten 3 Kurven wurde es sehr eng und es gab jede Menge Berührungen. Ich konnte schneller fahren als meine zwei Vordermänner. Ende Gegengerade setzte ich dann zum Angriff an und überholte, am Ende kam ich als 19. ins Ziel.

Jule Hämmer von Schwabenleder mit den IDMGrid-Girls

 

 

Das zweite Rennen startete um 16:20 Uhr. Ab der ersten Runde gab es einen Dreikampf mit TimEby, Björn Stuppi und mir. Das Überholen war fast unmöglich. Ich war so gut wie an jeder Stelle schneller. Doch zum Überholen, no Chance! Ich wartete bis in die letzte Runde und war direkt am Hinterrad vom Vordermann. Doch auch in die Schikane konnte ich keinen Angriff starten. Hätte ich es probiert, hätte ich auf jeden Fall einen der beiden abgeräumt und womöglich wäre ich selbst noch gestürzt. So kamen wir zu dritt innerhalb von 0,4 Sekunden über die Ziellinie. Ich war natürlich mit dem Ergebnis nicht zufrieden.

 

Von Assen aus ging es direkt weiter nach Hockenheim. Um 2:30 Uhr in der Nacht kamen wir im Fahrerlager an. Dort stand am Montag und Dienstag wieder ein Super Test von der PS Motorradzeitschrift an. Ich durfte mit der Ducati Supersport S auf Zeitenjagd gehen und mein Eindruck zu diesem Bike schildern.

 

Ich bedanke mich bei meinem Team, meinen Sponsoren, Helfern, Freunden und Familie für die Unterstützung.

Euch allen einen guten Start ins Wochenende.


Euer Timmy #23


23.08.2019

 

 

 

Lauf 11 und 12 IDM Superbike 1000

vom 9. bis 11.8. 2019 in Most

 

 

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft ist zurück im tschechischen Most. Nach einer Auszeit von einigen Jahren kehrte die IDM zur 4,2 Kilometer langen Rennstrecke zurück und gab vom 9-11.08. ihr Comeback. Die zum Teil neu asphaltierte Strecke hat ein sehr schönes Layout in allen Bereichen. Von Schikanen bis hin zur Spitzkehre, schnelle Bergab Passagen und langgezogenen Kurven ist alles mitdabei. Sie gehört jetzt zwar nicht zu meinen Lieblingsstrecken, trotzdem bin ich gerne im Fahrerlager, vielleicht auch wegen den böhmischen Knödel mit Wildgulasch. Die440 km lange Anfahrt am Donnerstagmittag zog sich durch die vielen Baustellen ziemlich in die Länge. Nachdem wir angekommen waren und dem Team beim Aufbau der Boxeneinrichtung halfen, gab es anschließend erst mal was zu Essen.
Alles war ready fürs Wochenende.

Feuer frei für die Königsklasse der IDM in Most

 

Wie auch an allen anderen Veranstaltungen hatten wir am Freitag wieder drei freie Trainings mit je 30 Minuten Fahrzeit. Unsere Klasse hat neben den meisten Rennrunden im Rennen auch die meiste Fahrzeit an solch einem Wochenende. Im ersten freien Training musste ich mich erst mal an die Strecke herantasten. Der neue Asphalt hat sehr viel Grip, einige Bodenwellen und Asphaltrisse waren aber Gott sei Dank verschwunden. Im zweiten freien Training konnte ich mich dann um 3 Sekunden auf eine 1.40 Minuten verbessern. Eine deutliche Steigerung im Vergleich zu morgens. Gemeinsam mit meinem Team und den Jungs von Zupin Moto-Sport GmbH änderten wir nochmals das Fahrwerksetup, um im dritten freien Training unter 1.40 min zu kommen. Leider haben wir die falsche Richtung eingeschlagen und sind mit der Abstimmung nicht schneller geworden, trotz neuer Pirelli-Einheitsreifen.

 

Am Abend sortierte ich die Reifen, welche ich während der Saison gefahren habe aus. Einige kann man noch für freie Trainings verwenden und dort noch einige Runden damit fahren. Um richtig schnelle Rundenzeiten zu drehen, benötigt man allerdings einen neuen Satz Reifen, da in den ersten 5 Runden die Performance am besten ist. Die Mechaniker bereiteten alles für den Qualifying Tag vor. Ebenso wurden auf einen Felgensatz Regenreifen vormontiert, denn es sollte schon in der Nacht anfangen zu regnen. 

Schwierige Bedingungen beim Quali

 

Wie vom Wetterbericht angekündigt, fing es um 23:00 Uhr stark an zu regnen. Ich lies mich nicht aus der Ruhe bringen und wartete den Samstagmorgen ab. Vielleicht trocknet ja die Strecke schnell, oder wir bekommen doch noch ein paar Sonnenstrahlen über Most. Die Strecke war aber um 9:40 Uhr komplett nass, als wir an der Reihe waren. Vor uns sind noch zwei Klassen gefahren, es war klar zu erkennen, wie einzelne trockene Stellen zum Vorschein kamen. Wir bauten nicht den Regenreifensatz ins Motorrad, sondern versuchten mit Slicks auf die Strecke zu gehen. Einige Stellen waren immer noch komplett nass. Mein Teamchef Dominik meinte, dass ich sofort auf Tempo kommen muss, bevor es wieder zu regnen anfängt. Durch den neuen dunklen Asphalt, waren die nassen Stellen kaum sichtbar. Wer schon einmal Slicks über eine nasse Stelle gefahren ist, weiß wie rutschig das ist. Runde für Runde habe ich mich an die Bedingungen herangetastet und war nach 5 Runden an 15. Stelle, als es im hinteren Streckenabschnitt anfing zu regnen. Alle Fahrer kamen zurück in die Box, an eine Zeitenverbesserung war nicht mehr zu denken. Auch im zweiten Qualifying war die Strecke komplett nass. Gemeinsam mit dem Team entschieden wir, nicht aus der Box zu fahren, das Risiko war einfach zu hoch. Wir machten es uns in der Box gemütlich und schauten im Fernsehen die MotoGP Qualis vom Spielberg in Österreich an. Am Abend haben wir dann noch eine Streckenbegehung gemacht und anschließend zu Abend gegessen. Wie immer haben die Frauen ein super Essen für die Crew gekocht.

 

Am Sonntag hatten wir dann wieder die Sonne zurück und es waren angenehme 27 Grad. Im 10 minütigen Warm Up drehten wir nochmals ein paar Runden, bevor das erste Rennen anstand. Wir hatten eine Renndistanz von 16 Runden genauer gesagt 67,39 Kilometer. Der Start war gut und alle Fahrer sind ohne Sturz durch die erste Kurve gekommen. Ich konnte direkt in der ersten fliegenden Runde eine 1.38,7 min fahren und war gut dabei, wir hatten einige Positionswechsel. Zwei Runden vor Schluss merkte ich, wie das Motorrad nicht mehr richtig das Gas annahm. Ich vermutete, dass zu wenig Sprit im Tank war. Am Ende kam ich als 13. ins Ziel, erneut 3 Punkte auf meinem Konto. Wir schauten gleich, was das Problem war. Sprit war noch im Tank, auch wenn nicht mehr besonders viel. Das Bike wurde für das zweite Rennen startklar gemacht. Wie im ersten Rennen haben wir auch hier einen neuen Reifensatz montiert. Mein persönliches Ziel war es, eine 37‘er Rundenzeit zu drehen und erneut Punkte mit zunehmen. Ich merkte jedoch schon in der Einführungsrunde, dass etwas mit der Elektronik nicht stimmte. In der Startaufstellung schauten die Mechaniker nochmals nach der Batterie ob es da ein Problem gab. Ich versuchte trotzdem zu starten und musste aber in den ersten Kurven feststellen, dass es zu gefährlich war, das Rennen so weiter zu fahren.

Im ersten Rennen war noch alles gut

 

In der Box schauten die Mechaniker nach dem Bike und machten sich auf Fehlersuche. Ich probierte es nochmals und fuhr raus auf die Strecke., leider sind die gleichen Symptome wieder aufgetreten. Wir entschieden uns dann dazu, das Rennen vorzeitig zu beenden, da es für mich zu gefährlich war auf dem Motorrad zu fahren. Schade, denn ich hätte wieder in die Punkte fahren können.

 

Manchmal steckt man einfach nicht drin in der Technik. In zwei Wochen geht es weiter nach Assen (Holland). Dort werden wir die vorletzte Runde der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft bestreiten. Doch davor geht es noch für zwei Tage nach Hockenheim zum Training.

 

Vielen Dank an mein Team JR-Racingteam und an meine Sponsoren für die Top Unterstützung auf und neben der Strecke.

 

 

Euch allen einen guten Start ins Wochenende!

 

Euer Timmy #23


28.07.2019

Lauf 9 und 10 IDM Superbike 1000

vom 26. bis 28.7. 2019 in Schleiz

 

 

Vom 26-28. Juli waren wir mit der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft zu Gast auf Deutschlands ältestem Straßenkurs, dem Schleizer Dreieck, welches es schon seit 1925 gibt. Das Schleizer Dreieck ist mit seinen 3,8 Kilometer Länge für alle Fahrer ein ganz besonderes Erlebnis. Nach der Veranstaltung wird die Strecke wieder für den öffentlichen Verkehr frei gegeben, da die Strecke zum Teil öffentliche Straßen beinhaltet. Die Strecke hat es in sich und man benötigt, wie schon in Zolder, viel Mut. Mit über 270 km/h Top Speed an Fischteichen und Maisfelder vorbei ist nicht jeder Manns Sache. Die Seng hinunter spürt man, wie das Hinterrad im Drift einen überholen möchte. Ich selbst liebe die Strecke und das Umfeld. Der Kindergarten, der in der Mittagspause seinen Marsch durchs Fahrerlager absolviert und die Kids fleißig Autogramme sammeln oder wie ganze Familien mit Oma und Opa am Rennsonntag auf der Tribüne sitzen, einfach unglaublich. An diesem Wochenende waren wieder knapp 30.000 Zuschauer vor Ort.

Die Haupttribünen Ende Start und Ziel sowie am Buchhübel sind an allen drei Tagen voll

 

Wir standen mit dem Team im unteren Fahrerlager, wo alle anderen IDM Superbike Teams auch ihre Zelte aufschlugen. In Schleiz gibt es nämlich keine Boxen wie in Hockenheim oder Oschersleben. Zum Glück war für das ganze Wochenende hochsommerliche Temperaturen gemeldet und keine Unwetter. Nachdem wir am Donnerstagmittag alles aufgebaut hatten, radelte ich mit dem neuen Fahrrad von Aden Sports um die Strecke. Durch die Lärmtage, gibt es nur ganz wenige Veranstaltungen auf der Strecke. So war es ein Jahr schon wieder her, als ich das letzte mal dort fuhr.

 

Am Freitag standen dann neben drei freien Trainings mit jeweils 30 minütiger Fahrzeit auch gleich die Fahrerbesprechung sowie die technische Abnahme des Motorrads statt. Der Asphalt war schon weit über 40 Grad . Im ersten und zweiten freien Training fuhr ich mit gebrauchte Reifen raus. Wir waren auf dem richtigen Weg mit der Abstimmung und konnten uns Runde für Runde auf der anspruchsvollen Strecke steigern. Nach jedem Turn schaute ich gemeinsam mit meinem Teamchef Dominik in das 2D Datarecording System. Hier kann man genau analysieren, wie das Fahrwerk arbeitet und wo ich die Zeit liegen lasse. Ebenso hilft das System die passende Übersetzung zu finden. Am Abend bereiteten wir alles für den morgigen Samstag vor, denn um 10:20 Uhr starteten wir bereits mit dem ersten Qualifiying. Meine Mechaniker zerlegten nochmal das Bike gründlich und warteten es.

 Runde für Runde steigerten wir uns

 

An beiden Qualifiyings verwendeten wir jeweils einen neuen Vorderreifen und zwei neue Hinterreifen. Die Reifentechniker von Pirelli empfahlen uns die neue Reifenmischung SCX zu fahren. Diese Mischung ist die weichste, was wir zur Verfügung gestellt bekommen. Der Reifen funktioniert bei Asphalttemperaturen über 40 Grad und sollte eine Renndistanz von 18 Runden durchhalten. Im zweiten Quali konnte ich meine schnellste Zeit im Rennen aus dem Vorjahr schon toppen. Am Ende sprang der 17. Startplatz raus.

 

Am Abend gab es noch das traditionelle Fußballspiel der IDM Fahrer gegen den Ortsclub. Es war eine riesen Gaudi mit jeder Menge Spaß. Die Wetterverhältnisse am Rennsonntag änderten sich auf 90% Regenwahrscheinlichkeit. Für mich ging es früh ins Bett, denn am Sonntagmorgen hatten wir bereits um 8:15 Uhr das WarmUp. Also halb sieben aufstehen, frühstücken und fertig machen. Im 10 minütigen Warmup fuhren wir den Reifen vom Qualifiying. Da der Asphalt noch zu kalt war, ging der Reifen nach 3 Runden kaputt. Ich rutschte nur noch und konnte nicht mehr wirklich Gas geben.

 

Kurz vor der Mittagspause starteten wir um 11:20 Uhr in das 18 Runden lange Rennen. Auch wenn der Himmel bedeckt war, hatten wir noch mit dem Wetter Glück. Der Start war leider nicht ganz so gut wie sonst. Ich konnte keinen Platz gewinnen, habe aber auch keinen verloren. Durch die Zweikämpfe habe ich nicht so richtig meinen Rhythmus gefunden und konnte nicht ganz die Zeiten aus dem Quali fahren. Ab der 12. Runde habe ich wieder meine Arme gespürt und es wurde Runde für Runde schlimmer. Die Muskulatur wurde steinhart und ich konnte kaum noch bremsen. Nach 18 Runden konnte ich als 15. die Ziellinie überqueren und ein weiteren Punkt einfahren. Direkt nach dem Rennen ging es zur Autogrammstunde ins obere Fahrerlager, wo die ganzen Austeller vertreten waren. Der Andrang war echt groß und die Autogrammkarten gingen weg wie warme Semmel.

 

Danach legte ich mich nochmals schlafen und versuchte zur Ruhe zu kommen. Die Vorbereitungen auf das zweite Rennen im Team waren bereits auf Hochtouren. Der Start war um 15:30 Uhr. Von weitem konnte man es schon regnen sehen. Ich hoffte nur, dass wir von dieser Wolke verschont bleiben. Der Start war besser, und ich konnte direkt meine Pace gehen. Konstante 29 Rundenzeiten konnte ich fahren. Auch kurz nach der rennhälfte hatte ich erneut Armpump und ich verlor Sektor für Sektor wertvolle Zeit. Am Ende sprang ein enttäuschender 16. Platz raus.

Daten auswerten und gleich notieren

 

Am Mittwoch ging es dann für mich direkt weiter an den Hockenheimring. Dort war ich für die Zeitschrift „PS Das Sport-Motorrad Magazin“ tätig. Am ersten Tag testete ich eine neue Kawasaki ZX-6R. Bis auf die Reifen, war alles am Motorrad Original. Selbst die Spiegel waren noch montiert. Das Bike haben wir mit einem 2D Datarecording System ausgestattet um die Rundenzeiten und einzelnen Sektoren zu analysieren. Ich musste mich natürlich erst einmal an das Bike gewöhnen und ein paar Runden drehen. Leider konnten wir in den zwei Tagen nicht all zu viel fahren, da gefühlt in jedem Turn die rote Flagge geschwenkt wurde und der Turn somit frühzeitig abgebrochen wurde. In der Mittagspause passten wir das Fahrwerk ein wenig an, da es für mich viel zu weich war um richtig schnell zu fahren. Trotz Verkehr auf der Piste konnte ich eine 1.55 fahren. Schließlich bin ich auch zum allerersten Mal ein Straßenbike gefahren. Am zweiten Tag war dann ein Österreichisches Big-Bike an der Reihe, eine KTM 1290 Superduke. Am Anfang musste ich mich natürlich an das Naked Bike mit dem Hochlenker gewöhnen. Aber es hat wirklich echt Spaß damit gemacht und ich konnte einige 1000er in der schnellen Gruppe ärgern. Das zeigt also auch, dass man mit so einem Dampfer richtig schnell und komfortabel unterwegs sein kann.

 

Für mich war es eine ganz neue Erfahrung, als Testfahrer für das führende Sport-Motorrad Magazin unterwegs zu sein. Ich hatte viel Spaß dabei und konnte auch einiges dazulernen. Mein Dank geht an PS und Uwe Seitz, dass ich mich hier aktiv in die Testarbeit einbringen konnte. Wie die Bikes zu fahren sind und was unsere Meinung zu den Bikes ist, erfahrt Ihr in der übernächsten Ausgabe der PS.  

 

Nachdem ich dann am Freitagabend erschöpft nach Hause kam, musste ich dann noch meinen Sprinter für das Motocross Training in Gaildorf laden. Gemeinsam mit meinem Kumpel Sebba machten wir uns dann am Samstagmorgen um 7 Uhr auf den Weg zur Motocross Strecke. Ich habe dieses Jahr erst mit dem Cross angefangen und finde es eine tolle Sportart. Meiner Meinung nach bringt das Training auch was für meinen Sport. Einerseits die konditionelle Fitness und anderseits das schnelle reagieren und bewegen auf dem Bike. Ebenso das andauernd rutschende Hinterrad, was ein gutes Gefühl für uns Straßenfahrer im Regen aufbaut.

 

Trotz dem nicht so tollen Wetter hatten wir jede Menge Spaß und sind echt viel zum fahren gekommen. Es waren einige Trainer vor Ort, die mir einige Punkte mit auf den Weg gegeben haben. Nach zwei Stunden Motocross putzen war dann auch endlich mal Schluss mit dem Fahren.

 Da war die KTM noch halbwegs sauber

 

Für mich geht es morgen schon weiter nach Most (Tschechien), dort werden wir mit der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft am Wochenende die Läufe 11 und 12 bestreiten. Ich freue mich schon sehr darauf und hoffe, dass wir weiter nach vorne kommen.

 

Euch allen noch eine schöne Restwoche und bis bald.

 

Timmy #23


12.06.2019

Lauf 5 und 6 IDM Superbike 1000

vom 21. bis 23.6. 2019 in Zolder

 

Letztes Wochenende waren wir mit der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft zu Gast im belgischen Zolder. Es ist eine Oldschool Strecke, die 1983 eröffnet wurde und auch die Formel 1 wurde dort schon ausgetragen. Die Strecke ist mit 4 Kilometer Länge ziemlich anstrengend und anspruchsvoll. Mir persönlich gefällt die Strecke sehr, auch wenn sie den heutigen Sicherheitsstandards nicht mehr entspricht. Es gibt auf dieser Piste einfach zu wenig Auslaufzonen und wenn man mit den 200 PS Maschinen entlang der Betonmauern vorbei donnert, denkt man, wie verrückt ist das denn, was wir hier machen. In den letzten zwei Jahren konnte ich im Suzuki GSX-R1000 Cup dort ein Rennen gewinnen und wurde einmal Dritter. 2015 wurde ich ebenfalls in der GSX-R750 Challenge zweimal Zweiter mit der absolut schnellsten Rennrunde (1 Sekunde schneller als der Rest des Feldes).

Abschied für einen fantastischen Racer und Freund des Fahrerlagers Dennis Lippert #26

 

Am Freitag hatten wir bereits um 9:05 Uhr das erste freie Training. Die Strecke war um diese Zeit noch sehr rutschig und keiner kam auf Top Zeiten. Den Vorderreifen hat man einfach nicht auf die nötige Temperatur bekommen. Trotzdem versuchte ich, durchzufahren, um mich schnell wieder an die Strecke zu gewöhnen. Wir verwendeten die Übersetzung aus dem letzten Jahr und waren damit gut aufgestellt. Am Fahrwerk verstellten wir ebenfalls nichts. Wir haben mittlerweile ein gutes Basis Setup für das Fahrwerk, so dass man nicht mehr ganz so viel verstellen muss. An diesem Tag folgten zwei weitere freie Trainings mit jeweils 30 Minuten Fahrzeit. Es gelang mir bereits in den freien Trainings die Zeiten vom Rennen aus dem Vorjahr zu fahren. In Oschersleben und am Lausitzring war ich da noch weit davon entfernt. Also schon mal ein guter Start ins Wochenende.

 

Im dritten freien Training verwendeten wir einen 10 Runden alten Hinterreifen, der noch sehr gut war. Leider ist er mir nach 5 Runden kaputt gegangen und ich war in den Rechtskurven nur noch am rutschen. Zeitentechnisch konnte ich mich dann nicht mehr verbessern.

 

Am Abend gab es dann noch für den in Oschersleben verstorbenen 23-jährigen Dennis Lippert #26 eine Ehrenrunde. Alle Fahrer und Freunde konnten sich der Ehrenrunde anschließen und hintereinander in Schrittgeschwindigkeit um die Strecke fahren. Der ehemalige MotoGP Kommentator Eddie Mielke fand die passenden Worte zum Abschied von Dennis auf der Start Ziel Geraden und erinnerte alle daran, was für ein junger sympathischer Racer er war. Zum Schluss haben alle die Motoren für eine Minute zum Aufheulen gebracht. Es war Gänsehaut pur und eine sehr emotionale Verabschiedung. Den Sport, den wir so sehr lieben, kann auch manchmal sehr schmerzhaft und tragisch sein.

Mit angelegter Hinterradbremse und im 4. Gang geht’s über die Kuppe

 

Der Samstag startete mit dem ersten Qualifying um 10:50 Uhr. Es war um diese Uhrzeit schon sehr warm und die Temperatur stieg bis zum Mittag noch auf über 30 Grad an. Wir änderten nochmals die Feder der Gabel von 10.5 Stärke auf 10.25. Ich hatte beim Anbremsen immer noch nicht so ein gutes Gefühl und war zu vorsichtig. Mit einem neuen Satz Reifen ging es dann nochmals auf Zeitenjagd. Ich konnte mich weiter steigern und die Rundenzeiten vom Vortag verbessern. Die Motorbremse reduzierten wir ebenfalls nochmal, damit das Hinterrad beim Anbremsen nicht so unruhig wurde.
Für das zweite Qualifying versuchten wir mal einen anderen Hinterreifen mit der Dimension 205 anstatt 200‘er. Der Reifen ist nochmals weicher als der SC0 und auch viel stabiler. Leider konnte ich den Reifen nicht wirklich nutzen, und habe mich nur um 0,3 Sekunden gesteigert. Am Ende hieß es der 18. Startplatz. Bis zu Platz 15 lagen wir innerhalb einer Sekunde.

Die letzten Vorbereitungen für die eine Runde im Qualifying

 

Am Sonntag war dann der Tag der Rennen. Wir hatten morgens um 10:05 Uhr noch ein 10 minütiges WarmUp. Oft werden am Abend davor am Motorrad noch Änderungen vorgenommen, so kann man in den 10 Minuten herausfinden ob es was gebracht hat. Ich war gut drauf und freute mich auf das 17 Runden lange Rennen. Der Start erfolgte um 11:40 Uhr. Ich konnte gleich ein paar Plätze gut machen und lag auf dem 15. Platz. Vor mir war eine Gruppe an der ich dran bleiben konnte. Leider bin ich dann Ende Start und Ziel ein wenig zu weit gegangen. Mir ist das Vorderrad eingeklappt und ich habe mit aller Kraft versucht das Bike mit dem Oberkörper und dem Knie abzufangen. Es gelang mir auch bis zu dem Punkt, als das Hinterrad wieder Haftung bekommen hat. Mit hohem Bogen wurde ich aus dem Sattel meiner Suzuki GSX-R1000 gefeuert und stürzte schwer auf den Asphalt. Ich merkte sofort, dass etwas mit meinem Fuß nicht stimmte. Nachdem ich im Medical

Center erstversorgt wurde, ging es anschließend ins 20 Kilometer entfernte Krankenhaus. Dort wurden neben Prellungen und einer Gehirnerschütterung auch der Bruch des linken Mittelfußes festgestellt. Also Gips dran und dann ging es wieder zurück an die Strecke. Natürlich hätte ich das zweite Rennen der IDM Superbike 1000 nicht bestreiten können, es wurde aber noch vor dem eigentlichen Start wegen zu viel Öl auf der Strecke abgesagt, ebenso alle nachfolgenden Läufe.

 

Für mich heißt es jetzt 4-6 Wochen Pause. Trotzdem werde ich alles geben, um bereits in drei Wochen auf dem Nürburgring wieder im Sattel meiner Suzuki zu sitzen. Dort werden wir vom 19. bis zum 21. Juli im Rahmen des Truck Grand-Prix mit der IDM Superbike starten. Ich bin unendlich dankbar, dass ich mit der Airbag Schwabenleder Kombi, meinem X-Lite Helm und den Daytona Stiefeln die beste Ausrüstung habe, die es für‘s Motorradfahren gibt und mir zum Glück nichts schlimmeres passiert ist.

 

Danke an das gesamte JR-Racingteam für die Hilfe und die Unterstützung am Wochenende. Es macht mir sehr viel Spaß mit dem Team zusammenzuarbeiten und es herrscht eine familiäre Atmosphäre. Dankeauch an alle Sponsoren und Unterstützer, die mir die Starts inder IDM SBK1000 ermöglichen.


Zum Schluss noch ein riesen Dankeschön an Sanni meinem Fitnesscoach, der mich das Wochenende wieder top behandelt hat und mich ins Krankenhaus begleitet hat. So wurde es mir nicht langweilig und ich hatte eine gute Ablenkung.

Alles war für den zweiten Lauf vorbereitet, der Pappaufsteller ersetzte mich

 

 

Bis bald

 

Euer Timmy #23

 


12.06.2019

 

 

Lauf 3 und 4 IDM Superbike 1000

vom 6. bis 9.6. 2019 in Oschersleben

 

Eines der Saisonhighlights war das Wochenende in Oschersleben. Wir waren zu Gast bei der Endurance World Championship (EWC). Die EWC fährt neben Deutschland auch in Japan, Frankreich und Slowenien zwischen 8 und 24 Stunden Langstreckenrennen. Jedes Team hat 3 Fahrer und nur ein Motorrad, welches über die gesamte Renndistanz durchalten muss. In dieser Meisterschaft fahren bekannte EX-MotoGP Profis wie Randy de Puniet oderYonnyHernandez. Die Meisterschaft gewinnt immer mehr an Stellenwert und wird auch immer spannender und schneller. Wir musstenbereits am Mittwoch anreisen, da Donnerstags bereits die ersten freien Trainings anstanden. Der Zeitplan war nicht ganz so gut gelegt wie sonst. Freitags hatten wir nur ein Qualifying und den Rest des Tages Freizeit. Dafür mussten wir am Samstag
neben dem Warm Up gleich zwei Rennen innerhalb von 3 Stunden fahren.

Die Fahrer der EWC fahren auch bei Dunkelheit

 

In Oschersleben hatten wir keine Box zur Verfügung, da die EWC Teams diese für das 8 Stunden Rennen benötigten. Wir waren,wie alle anderen IDM Teams, in Zelten untergebracht. Das Thermometer zeigte am Mittwoch über 30°an und es sollte auch die Tage darauf weiterhin so warm bleiben. Nach dem wir in Hockenheim nochmals für einen Tag trainieren waren, bin ich mit einem guten Gefühl nach Oschersleben gereist. Wir haben im Vergleichzum Lausitzring einen großen Schritt gemacht. Für das erste Freie Training haben wir am Bike erst mal nichts geändert und sind einfach nur gefahren,um schnell ein Gefühl aufzubauen. Die 3,69 Kilometer lange Strecke hat es in sich und man benötigt einige Runden, um dort richtig schnell zu sein. Hier ist es ganz wichtig, die richtige Linie zu finden und die Schlüsselstellen perfekt zu fahren. Das Training bin ich mit gebrauchten Reifen gefahren und versuchte, so lange damit zufahren, wie möglich. Auf der Bremse fühlte ich mich noch nicht so richtig wohl und die Lockerheit war auch noch meilenweit entfernt.

 

Nach dem Training schaute ich gemeinsam mit meinem Mechaniker Frank und Fahrwerksmann Siku von Zupin Moto-Sport GmbH in die Aufzeichnungen des Datarecording, um zu schauen, wie das Fahrwerk arbeitet und ob wir etwas ändern müssen. Wir haben alles so gelassen und haben das Bike für das zweite Freie Training vorbereitet. Der Himmel war stark bewölkt und der Wetterbericht meldete kein Regen. Doch wie soll es anders sein. Kurz vor dem zweiten Freien Training regnete es stark und die Strecke war komplett nass. So schnell trocknete sie nicht ab. Kurzerhand wurde das Federbein ausgebaut, um eine weichere Feder zu montieren. Die Gabel wurde ebenfalls weicher gestellt, so hat man ein besseres Gefühl im Regen. Nur wenige Fahrer waren auf der Strecke, denn für das erste Qualifiying sollte es schon wieder trocken

sein. Wir nutzten trotzdem die Möglichkeit und drehten einige Runden auf der nassen Strecke. Der Grip war nicht wirklich

gut und es war sehr rutschig. Trotzdem konnte ich mich Runde für Runde steigern.

Runde für Runde wird das Gefühl besser

 

Für das erste Qualifying am Donnerstagmittag montierten wir einen neuen Satz Pirelli Reifen. Ab der ersten Minute versuchte ich mich zu konzentrieren und zügig das Tempo zu erhöhen. Ende Start und Ziel war ich noch zu vorsichtig, da nur ein schmaler Streifen trocken war. Sobald man mit Slicks (Reifen für trockene Asphaltverhältnisse) auf einen nassen Fleck kommt, kann man nur hoffen, nicht zu stürzen. Es ist unheimlich rutschig und man hat keine Chance das Bike abzufangen. Auch in beiden Qualifyings hatten wir jeweils 40 Minuten Fahrzeit. Leider wurde das Training 15 Minuten früher abgebrochen, da einige Fahrer gestürzt waren. Wir mussten in der Boxengasse warten, bis die Strecke wieder frei war. Ich konnte mich zeitentechnisch nicht mehr verbessern. Meine Aussagen über die Probleme stimmten mit den Daten des 2D Datarecordings überein. Das Gefühl zur Bremse war absolut nicht da und ich bremste viel zu früh und zu vorsichtig. Wir entlüfteten die Bremse nochmal und schauten nach den Bremsbelägen. Die Bremse kam mir zu aggressiv vor und war nicht gut zudosieren.

 

Am Abend schaute ich mir noch das Training der Langstrecken WM an. Mit dem Fahrrad ging es entlang der Strecke um mir die Lininenwahl der Fahrer anzuschauen. Ich konnte einiges mitnehmen und habe gesehen, wo die Zeit liegen bleibt. Zum Abendessen versorgte ich das Team und Freunde mit frischen Forellen, die ich auf dem Gill zubereitete. Es war sehr lecker und allen hat es geschmeckt.

 

Das zweite Qualifying verlief schon besser und ich konnte mich zeitentechnisch weiter verbessern. Ich drehte viele Runden und konzentrierte mich auf die Linienwahl und die Gänge. Wir änderten die Übersetzung nochmals und waren mit diesem Schritt auf dem richtigen Weg. Am Ende reichte es leider nur für den 22.Startplatz, trotz Zeitenverbesserung. Der Freitag war somit gelaufen und wir haben uns einige Stunden zusammengesetzt und analysiert. Wir sind zum Entschluss gekommen, die Bremsbeläge eines anderen Herstellers zu testen und montierten diese für das 10 minütige Warm Up. Es fühlte sich auf jeden Fall um einiges besser an und ich habe den Bremsdruck um das doppelte erhöht. Wieder ein Schritt in die richtige Richtung.

 

Am Samstag war dann Raceday. 2 Rennen mit jeweils 18 Runden und das innerhalb von 3 Stunden. Für beide Rennen montierten wir jeweils einen neuen Satz Reifen. So hat man am Anfang definitiv mehr Grip und man kann sich sicher sein, dass der Reifen die Renndistanz übersteht.

Am Limit

 

Der Start ins erste Rennen war top. Ich konnte einige Fahrer überholen und auch dran bleiben. Die ersten Runden sind immer sehr hektisch und man muss echt konzentriert sein, um keinen Fehler zu machen. Der Reifen und das Bike funktionierten gut und das alte Gefühl auf der Bremse war auch wieder da. Über 18 Runden ging der Zweikampf mit meinem Racing-Freund Tim Eby. Wir hatten schöne Zweikämpfe und meine Freude für das Fahren kam zurück. Am Ende fuhr ich als 19. ins Ziel. Natürlich war ich nicht gerade happy, da wir das gesteckte Ziel nicht erreicht haben. Trotzdem konnten wir Fahrer hinter uns lassen, die sonst in denTop16 unterwegs sind.

 

Das zweite Rennen startete um 17:10 Uhr. Beim Start wurde ich eingeklemmt und konnte nicht weiter beschleunigen. Ich musste vom Gas gehen und verlor dadurch einige Plätze. Als letzter bog ich in die erste Kurve ein. Ich musste mich erst kurz sammeln und versuchen, ruhig zu bleiben. Nach drei Runden fand ich meinen Rhythmus wieder und konnte konstante Rundenzeiten fahren. Ich schloss auf die Gruppe vor mir auf und konnte auch überholen. Erneut gab es wieder einen Zweikampf über mehrere Runden mit Tim Eby. Am Ende konnte ich dann die Nase vorne behalten und als 18. die Ziellinie überqueren. Wieder konnte ich mich zeitentechnisch verbessern und hatte dazu keine Probleme mehr mit den Unterarmen. Die Lockerheit und der Speed kam zurück.

 

In zwei Wochen geht es weiter nach Zolder (Belgien) zum nächsten Rennen der Saison. Dort werden wir alles geben, um in diesem starken Fahrerfeld weiter nach vorne zu kommen. Ich bin mir sicher, dass bald der Knoten platzt und wir endlich zeigen können, was wir können.

 

Ein riesen Dankeschön geht wieder an das gesamte JR-Racingteam, meinen Sponsoren und Helfern, die mir das alles ermöglichen.

 

Bis bald

 

Euer Timmy #23


22.05.2019

 

 

Lauf 1 und 2 IDM Superbike 1000

vom 17. bis 19.5. 2019 auf dem Lausitzring

 

Nach zwei Jahren im Suzuki GSX-R1000 Cup wagten wir in dieser Saison den Sprung in die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft Klasse Superbike. Bereits nach dem letzten Rennen in Hockenheim war der Kontakt zum neu gegründeten JR-Racing Team aus Kreuztal (Siegen-Wittgenstein) da. Dominik Jung, der selbst aktiv im Rennsport war, liebäugelte schon lange mit einem eigenen Team in Deutschlands höchster Motorradliga. Klar war auch, dass er mit einer Suzuki an den Start gehen möchte. Nach mehreren Telefonaten und Treffen, haben wir uns gemeinsam für die Saison 2019 geeinigt.

 

Die Saisonvorbereitung verlief für mich sehr gut. Neben meinem Training im Fitnessstudio habe ich mit dem Motocross fahren angefangen, um mich permanent auf zwei Räder zu bewegen. Ich muss sagen, es ist so anstrengend und gibt ein gutes Gefühl fürs Rutschen der Räder wieder. Im März ging es dann mit Freunden für 10 Tage nach Spanien zum Training. Zuerst standen 3 Tage Valencia auf dem Plan. Hier war es wichtig, einfach den Winterrost runterzufahren und Spaß zu haben. Natürlich haben wir auch das erste Mal die neuen Pirelli Reifen getestet, die wir in der IDM fahren müssen. Leider bin ich einmal beim Anbremsen über das Vorderrad gestürzt. Dem Motorrad und mir ist zum Glück nichts passiert. Nach einem Tag Pause ging es dann ins Spanische Hinterland zum Motorland Aragon. Hier konnten wir rasch einen guten Speed fahren und uns Runde für Runde steigern. Dank dem RaceAnalyse System, welches mir Enrico Riechert für die Tage zur Verfügung gestellt hat, konnten wir zeitentechnisch große Schritte machen. Ich konnte dank diesem System die Linienwahl von EX- MotoGP Fahrer Jonas Folger über meine Linie legen und sehen, wo ich an Zeit verliere und wie früh er beschleunigt. An den 6 Tagen haben wir nichts am Fahrwerk verstellt und sind zum Schluss richtig schnelle Zeiten gefahren.

JR-Racing Team

 

Die Woche vor dem Saisonstart war ich auf jeden Fall nervös, konnte es aber kaum erwarten, bis es endlich wieder los ging. Das Bike wurde von Dominik komplett aufgebaut und mit den besten Komponenten ausgerüstet, die laut Reglement erlaubt sind. Mein Trainingsbike kann man nicht mit dem Einsatzbike vergleichen, obwohl es auch eine Suzuki GSX-R1000 ist.

Leider hatten wir nicht mehr die Möglichkeit das Bike vor dem ersten Rennwochenende zu testen. Somit sind wir mit 0 Trainingskilometer an den Lausitzring gereist. Die 570 Kilometer Anfahrt zogen sich ganz schön in die Länge und wir waren sehr froh, am Spätnachmittag angekommen zu sein. Das Wetter war am Donnerstag noch nicht so gut und die Strecke war noch ziemlich nass. Der Lausitzring wurde vor zwei Jahren von der DEKRA gekauft, um Tests für das autonome Fahren durchzuführen. So sah auch der Asphalt beim Abendspaziergang um die Strecke aus. Starke Wellen in jeder Kurve und Asphaltrisse prägen die Strecke. Am Abend gab es die erste Sitzprobe auf dem Motorrad. Wir stellten die Fußrasten sowie Lenkerstummel ein, damit wir nicht all zu viel Zeit bei den Trainings verloren. Am Freitag standen dann drei freie Trainings mit jeweils 30 Minuten Fahrzeit an. Für uns war es wichtig, so viele Kilometer zu fahren wie es nur irgendwie ging. Klar war auch, dass wir an diesem Wochenende nicht viel bewegen können. Die anderen Fahrer fuhren in den ersten Minuten schon so aggressiv , als würde es gleich um die WM gehen. Ich fühlte mich mit der Sitzposition noch nicht so wirklich wohl auf dem Bike. Von den Rundenzeiten waren wir ebenfalls noch weit entfernt im Vergleich zum letzten Jahr. Die krasseste Umstellung war das Handling. Durch die gefrästen PVM Felgen war das Bike so kippelig und ultra handlich.

Unser Einsatzbike für die Saison 2019

 

Wir versuchten uns Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu bewegen und nicht zu viele Änderungen auf einmal zu machen. Frank Rehberg konnte über das 2D Datarecording genau sehen wie das Fahrwerk arbeitete und wo ich Zeit liegen lies. Im Team herrscht eine super Atmosphäre und jeder weiß genau was zu tun ist. Das Wichtigste für mich ist, dass kein Druck vom Team kommt, wenn es mal nicht so funktioniert. Am Abend setzten wir uns als Team zusammen und klärten einige Fragen zur Saison und wie die Abläufe auszusehen haben.

 

Am Samstag standen zwei Zeittrainings mit jeweils 35 Minuten an. An beiden Qualifyings habe ich neue Reifen bekommen, um zeitentechnisch weiter zu kommen. Irgendwie war ich mehr mit mir beschäftigt und versuchte mit aller Gewalt eine schnelle Runde zu drehen, was mir aber nicht gelang. Wir änderten weiter die Sitzposition um höher zu kommen. Am Ende des Qualifyings lag ich auf dem letzten Startplatz. Natürlich haben wir uns das nicht erhofft, aber wir fahren ja auch in der IDM und nicht mehr im Suzuki Cup. Zeitentechnisch war ich immer noch langsamer als im Vorjahr mit dem Cup Bike. Der Abstand zum Mittelfeld war nicht ganz so groß, trotzdem möchte man ja nicht ganz hinten stehen. Neben Bilder für die IDM und Videoaufnahmen hatten wir am Abend eine ausführliche und lange Fahrerbesprechung. Hier wurden die wichtigsten Punkte besprochen und auf Fragen der Fahrer eingegangen.

 Kurz vor dem Start mit Teamchef Dominik, Mechaniker Frank und Grid Girl Lisa

 

Für mich war das ganze Umfeld und der Ablauf in der IDM neu. Wir haben deutlich mehr Fahrzeit wie im letzten Jahr und es kommt sonntags noch ein zehnminütiges Warm Up dazu. Dies soll uns Fahrern helfen, eventuell noch kleine Änderungen am Bike zu testen, bevor es dann in die Rennen geht. Wir haben am Sonntag zwei Rennen mit einer Renndistanz von 16 Runden. Die Startprozedur ist auch hier neu für uns. In allen Cup Klassen geht es direkt nach der Outlap an den Start. Bei den IDM Klassen gibt es eine 15 minütige Startvorbereitung. Hier kann das Team zum Beispiel nochmals die Reifen wechseln.

 

Auch wenn es dem Team und mir nicht groß anzusehen war, wir waren echt richtig angespannt. Es ist halt doch was anderes wenn 23 Hitzköpfe in die erste Kurve einbiegen. Viele Fahrer haben schon WM und EM Erfahrung und schenken hier mit Sicherheit keinem was. Der Start gelang mir sehr gut und ich konnte Plätze gewinnen. Die ersten zwei Runden waren echt hektisch. In der dritten Runde wurde das Rennen dann wegen einem schweren Sturz und Öl auf der Strecke abgebrochen. Nach einem Neustart und Rennverkürzung auf 9 Runden ging es dann nochmals ins Rennen. Am Ende konnte ich den 17 Platz belegen.

 

Das zweite Rennen fand um 15:40 Uhr statt. Die Wetterverhältnisse passten, auch wenn rund um die Strecke große schwarze Wolken heranzogen. Auch der Start zum zweiten Rennen war wieder gut. Laut Datarecording hatte ich eine Startzeit von 2,9 Sekunden von 0-100 km/h. Am Anfang waren wir eine schöne Dreiergruppe und ich konnte endlich in der dritten Runde die Zeit aus dem letzten Jahr mit 0,5 Sekunden unterbieten. Leider musste ich dann bei Rennmitte abreißen lassen, da Björn Stuppi direkt vor mir gestürzt ist. Nach 16 Runden kam ich als 15. ins Ziel. Unseren ersten Punkt in der neuen Klasse. Ganz zufrieden war ich natürlich nicht, denn ich schaue immer auf den Abstand zur Spitze. Alles andere interessiert mich ziemlich wenig. Trotzdem können wir mit den Bedingungen fürs erste IDM Wochenende zufrieden sein. Das Team hat einen super Job gemacht und ich konnte an den drei Tagen sehr viel Technisches aber auch Fahrerisches dazu lernen. In der IDM haben wir zudem einen deutlich höheren Reifenverschleiß. Mit 13 Reifen an 3 Tagen ist das nicht gerade wenig. 

Die Lockerheit kommt Runde für Runde

 

Ich möchte mich auch nochmals bei allen Helfern und Unterstützern, die mir am Wochenende sehr geholfen haben, bedanken. Danke auch an Chris Sannwald für die top Massagen und die Unterarmtapings. Ebenso geht ein großes Dankeschön an das gesamte Team, die hinter mir stehen und mich top betreuen. Besser geht es gar nicht und es macht mir richtig Spaß mit allen zusammen zu arbeiten.

 

In zwei Wochen geht es zur Speedweek nach Oschersleben. Hier fahren wir im Rahmenprogramm der Langstrecken Weltmeisterschaft mit. Ich bin mir sicher, dass wir den Abstand deutlich verkürzen werden,auch wenn wir noch sehr viel Arbeit vor uns haben. Ich bin motiviert, genauso wie das ganze Team.

 

Bis bald

 

Euer Timmy #23


10.09.2018

 

Lauf 11 und 12 zum Suzuki GSX-R 1000 Cup

vom 28. bis 30.09. 2018 in Hockenheim

 

……..und schon ist wieder alles vorbei, gerade noch das Auftaktrennen in Oschersleben gefahren, schon stehe ich im Fahrerlager auf dem Hockenheimring zum Finale des Suzuki GSX-R1000 Cups und der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft. Der Hockenheimring liegt nur 100 Kilometer von mir daheim entfernt und ist somit mein Heimrennen. Da ist die Motivation natürlich sehr hoch und die Erwartungshaltung sowieso. Die Anreise am Donnerstagmittag war sehr entspannt, gegen 17:00 Uhr wurde das Fahrerlager für uns geöffnet und wir konnten die Boxen beziehen. Ford hatte zuvor noch die Strecke gebucht und war mit Ford Mustangs und ihren Kunden auf der Piste. An diesem Wochenende fuhren wir den kleinen Hockenheimring Kurs und nicht wie die Formel 1 den großen mit der langen Geraden zur Spitzkehre hin. Unsere Streckenvariante hat eine Länge von 3,692km und ist bis auf 2 Kurven identisch mit der Formel 1 Variante.

Start ins erste freie Training

 

Freitagmorgens, 9:00 Uhr und 6 Grad Asphalttemperatur. Nicht die besten Bedingungen zum Start ins Rennwochenende. Man muss ja nicht gleich beim ersten Training was beweisen und unnötig stürzen. Beim rausfahren auf die Strecke regelte meine Traktionskontrolle in jedem Gang. Der Asphalt war zu kalt und meine Reifen drehten durch, das hatte ich so auch noch nie erlebt. Nach 20 Minuten fand man mich nur auf dem 23 Startplatz. Enttäuschung war nicht zu spüren, denn ich wusste, dass ich mehr kann. 2 Wochen davor konnte ich beim Montagstraining auf dem Hockenheimring schon wertvolle Kilometer drehen und viel ausprobieren. Auch wenn die Strecke bei solchen Veranstaltungen ziemlich voll sind, bringt es trotzdem etwas, auf dem Bike zu sitzen und ein Gefühl aufzubauen.

Montagstraining bei Speer auf dem Hockenheimring

 

Der Wettergott meinte es richtig gut mit uns, und wir hatten das ganze Wochenende super Wetter. Kurz vor der Mittagspause ging es dann ins zweite freie Training. Die Zeiten waren gleich da und mit Platz 6 ein guter Sprung in Richtung Spitze. Mit meinem Fahrwerksmann Gerhard Günther von ZUPIN Moto-Sport konnten wir gemeinsam noch ein paar Kleinigkeiten am Fahrwerk ändern, um gut gerüstet am Abend in unser erstes Qualifying zu starten.

 Die Zeiten purzelten

 

Am Freitagabend nach dem Quali putzte ich das Bike und bereitete mit Papa, Volker und Thomas alles für den nächsten Tag vor. Wir entschlossen uns, noch einen neuen Reifensatz zu montieren um ein Ass im Ärmel für das zweite Qualifiying zu haben. Nachdem wir die Arbeit erledigt hatte, ging es zum gemütlichen Teil über. Wir grillten und saßen gemeinsam in gemütlicher Runde in der Box zusammen.

Das zweite Quali fand am Samstagmittag statt. Ich versuchte mich auf die erste Kurve nach Start und Ziel zu konzentrieren um diese perfekt zu erwischen um nicht den Schwung zu verlieren. Das ganze Fahrerfeld konnte sich Zeitentechnisch nochmals verbessern. Ich verbesserte mich ebenfalls auf Startplatz vier. 2. Startreihe und einen super Platz zum starten. Das passt. 2015 startete ich von Platz 8 und war in der ersten Kurve schon auf 3. Es ist also alles möglich.

 

Um 14:30 Uhr ging es dann ins 14 Runden lange Rennen. Die Tribünen in der Sachs Kurve füllten sich mit Menschen und das Wetter war absolut top. Asphalttemperatur passte auch, der Start war perfekt und ich konnte gleich eine Position gewinnen. Es bildete sich wie schon in Assen eine 4‘er Gruppe und wir konnten uns vom Rest des Feldes absetzten. Am Anfang haben wir uns gegenseitig im Weg gestanden bis der Rhythmus da war. Nach 14 Runden kam ich als dritter über die Ziellinie. Erneuter Podest Platz und dadurch eine große Freude im gesamten Team.

Platz 3 im ersten Rennen

 

Bis ich das Bike vom klebrigen Sekt gereinigt hatte, war es dann auch schon wieder Abend. Gemeinsam machten wir eine Streckenbegehung rund um den Kurs und beredeten uns dabei über die Strategie für den nächsten Tag. Am Abend fand noch eine Veranstaltung im Suzuki Cup Zelt statt. Dort gab es eine kleine Feedback Runde bezüglich Veranstalter und den Cup, wie es nächstes Jahr weitergeht und wer noch alles dabei ist. Die Fahrerfelder in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft sind in diesem Jahr deutlich gewachsen.

 

Wir hoffen natürlich alle, dass es in Zukunft so weiter geht und die IDM noch besser vermarktet wird. Die Termine für 2019 stehen auf jeden Fall schon.

Da war die Welt noch in Ordnung

 

Das letzte Rennen der Saison fand am Sonntagmorgen um 10:00 Uhr statt. Wie im ersten Rennen hatten wir auch dieses mal 14 Rennrunden zu absolvieren. Der Start war super und es spielte sich das gleiche Szenario wie im ersten Lauf ab. In der dritten Runde musste der auf Platz 2 liegende Leon Langstädtler das Rennen wegen technischen Probleme aufgeben. Im Kampf um Platz 2 ging es dann zwischen dem Ungarn Balint Kovacs und mir heiß her. Ich war deutlich schneller und versuchte schnellstmöglich an Ihm vorbei zu kommen, denn Maximilian Weihe wollte dem Feld entfliehen. Ich versuchte es in jeder Kurve doch Balint blockierte jedes Mal.

 

In der 4. Runde wollte ich an Balint vorbei, damit mir das gelingt versuchte ich ihn mit viel Schwung Eingang-Start und Ziel zu überholen. Plötzlich bremste Balint in der Kurve ab und ich konnte nicht mehr ausweichen. Ich knallte ihm ins Hinterrad und er kam zu Sturz. Ich versuchte mein Bike zu halten, was mir auch kurzzeitig gelang. Plötzlich flog das Bike von Balint durch die Luft und traf mich. Ich kam sofort zu Fall und wurde anschließend nochmals von meinem eigenen Bike getroffen und kam dann an der Bande zum Liegen. Nachdem ich aus eigener Kraft nicht aufstehen konnte und ich starke Schmerzen im Becken spürte, kamen die Sanitäter zur Hilfe. Das Rennen wurde abgebrochen, da wir uns an einer gefährlichen Stelle befanden. Im Schwetzinger Krankenhaus gab es dann aber wieder Entwarnung, starke Prellungen im unteren Körper- sowie Brustbereich.

 

Während ich im Krankenhaus lag, legte das Team um Balint gegen Leon Langstädtler und mich Protest ein. Ich hätte Ihn mit Absicht runter gefahren, damit Leon Vizemeister wird und nicht Balint. Die Sportrichter sahen den Sturz ganz klar als normalen Rennunfall an. Dem Protest wurde nicht stattgegeben, weil er nicht regelkonform formuliert war.

 

Ich habe mir das letzte Rennen der Saison auch besser vorgestellt, der Speed war auf jeden Fall da. Ich möchte mich nochmals bei allen bedanken die mich auch in Hockenheim wieder perfekt unterstützt haben. Vielen Dank dafür!

 

 

In Kürze werde ich nochmals einen Saisonbericht zusammenfassen und die Pläne für die Zukunft mitteilen.

 

 

Bis bald

 

Euer Timmy #23


10.09.2018

 

Lauf 9 und 10 zum Suzuki GSX-R 1000 Cup

vom 7. bis 9.09. 2018 in Assen

 

Assen im Nassen sollte es wohl am Wochenende heißen. Nach der langen Anreise von knapp 700 Kilometern am Donnerstag, konnten wir erst um 17 Uhr ins Fahrerlager einfahren. Während wir die Boxenwände und das ganze Equipment aufbauten, kochte Mama uns was zum Essen. Mittlerweile war es schon 21:00 Uhr und das Fahrerlager war fast voll. Bevor ich mich ins Bett legte, schaute ich nochmals auf den Wetterbericht. Mhh, morgen den ganzen Tag Regen, dass sind nicht so meine Wetterverhältnisse. Am Freitagmorgen stand um halb 10 das erste freie Training an. Es wagten sich nur 8 Fahrer auf die nasse Strecke. Manche sind gerade mal eine Runde gekommen und lagen dann schon auf der Nase. Ich wartete bis zum Schluss und schaute wer noch alles auf die Strecke ging. Am Ende blieb ich dann doch lieber in der Box, denn zum Mittag meldete der Wetterbericht trockene Bedingungen.

In Assen ist es wichtig, viel Speed und Schwung mitzunehmen

 

Im zweiten freien Training fuhr ich dann mit neuen Regenreifen raus. Das Fahrwerk machten wir insgesamt weicher um Grip und Temperatur in die Reifen zu bekommen. Ich musste mich erst mal auf der nassen Piste zurechtfinden. Das letzte mal bin ich 2016 auf dem Sachsenring im strömenden Regen gefahren. Langsam tastete ich mich an die schwierigen Bedingungen heran, schließlich wollte ich nicht gleich stürzen, denn am Nachmittag stand das erste Qualifying an.

 

Zum Glück trocknete die Piste durch den Wind schnell ab. Alle Piloten machten sich auf Zeitenjagd und versuchten gleich am Anfang eine Bestmarke zu setzten, denn der Himmel verdunkelte sich bereits wieder. Ich kam überhaupt nicht in Fahrt und hatte mit der Übersetzung und dem Fahrwerk zu kämpfen. Ich rollte wie der erste Mensch auf der 4,55 Kilometer langen Piste rum. Am Ende des 25 minütigen Qualifying lag ich gerade mal auf dem 13. Platz. 

Assen ist bekannt für die schnellen Passagen

 

Am Samstagmorgen startete ich ins zweite Qualifying. Am Abend vorher konnten wir gemeinsam mit Sigu von ZUPIN Moto-Sport ein neues Setup finden, mit dem ich meine Zeiten gleich deutlich verbessern konnte und mich Runde für Runde nach vorne kämpfte. In der letzten Runde konnte ich mich dann als viert schnellster qualifizieren. Einen deutlichen Sprung im Vergleich zum ersten Zeittraining. Zweite Startreihe und eine super Ausgangsposition für beide Rennen. Die komplette geänderte Fahrwerks- und Geometrieumstellung hat sich also bezahlt gemacht.

 

Um 14:50 Uhr ging es dann endlich in das 11 Runden lange Rennen. Wie immer war der Start perfekt und ich konnte gleich eine Position gewinnen. Es bildete sich eine 4‘er Gruppe und wir konnten uns absetzten. Am Anfang haben wir uns gegenseitig im Weg gestanden bis der Rhythmus da war. Ich konnte 6 Runden lang dran bleiben, musste dann aber wegen abbauendem Grip am Hinterrad abreisen lassen. Bis zum Schluss fuhr ich mein Tempo durch und konnte den 4. Platz sichern.

 

Das zweite Rennen fand am Sonntagmittag statt. Wie schon im ersten Rennen bildete sich gleich wieder eine 4‘er Gruppe. Der Speed war höher wie im ersten Rennen und jeder konnte seine Rundenzeiten nochmals persönlich verbessern. Ich konnte der Führungsgruppe nicht folgen und fuhr einsam mein Rennen. Bis zwei Runden vor Schluss, als mich Marc Ruber #5 vor der Schikane auf Start und Ziel überholte. Somit lag ich nur auf dem 5. Platz. Ich schaute mir seine Linie an und hatte keine Chance zu überholen. In der langgezogenen Rechtskurve konnte Marc sich ein Stück absetzen. Mit viel Mut kämpfte ich mich in der schnellen links Kurve (5. Gang und über 210 km/h) durch den Windschatten heran und überholte vor der Schikane. Mit 0.07 Sekunden Vorsprung konnte ich erneut einen 4. Platz einfahren.

 

Zufrieden bin ich mit dem Wochenende nicht. Ich habe mir mehr erhofft. In zwei Wochen geht es nach Hockenheim zum Finale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft. Dort werde ich auf meiner Heimstrecke alles setzen um einen guten Saisonabschluss einzufahren.

 

Vielen Dank an alle die mich an diesem Wochenende unterstützt haben.

 

Euer Timmy #23


29.08.2018

 

Lauf 7 und 8 zum Suzuki GSX-R 1000 Cup

vom 24. bis 26.08. 2018 auf dem Lausitzring

 

 

Nach dem schweren Sturz in Schleiz, hatten wir genug Zeit, das Bike für das Wochenende am Lausitzring vorzubereiten. Alle Teile wurden erneuert und das Bike auf Herz und Nieren gecheckt. Die frisch lackierten Verkleidungen holte ich noch am Mittwochmittag bei Robbi und Dieter ab, bevor es dann an den Lausitzring ging. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei Robbi und Dieter von Karosserie & Lack J. GEISSLER aus Winnenden für die perfekte Arbeit und Unterstützung bedanken.

 v.l.n.r Robert Kralik und Dieter Barth

 

Auf der Hinfahrt schaute ich gefühlte 20 mal den Wetterbericht an, denn Regen wünscht sich kein Fahrer auf dieser Strecke. Im Nassen hat man hier absolut keinen Grip und liegt zu 90% auf der Nase. Nachdem wir Donnerstagmittag nach einem kurzen Stau endlich ankamen, bezogen wir unsere Box. Die anderen Teams, welche im Zelt standen, hatten am Abend noch mit starkem Gewitter zu kämpfen. Einige Zelte flogen quer durchs Fahrerlager. Zum Glück ist keiner zu Schaden gekommen. Da hat so eine Box doch einen riesen Vorteil.

 

Das erste freie Training am Morgen war halb nass/halb trocken. Keine guten Wetterverhältnisse für einen Rennfahrer. Einige Piloten wagten sich auf die Strecke. Ich überlegte lange, was wir machen sollten. Regenreifen sowie Trockenreifen waren jeweils auf einem Felgensatz montiert. Am Ende entschied ich mich in der Box zu bleiben, was sich auch als richtig erwies. Gegen Mittag trocknete die Strecke ab und die Sonne kam zum Vorschein. Jetzt war ich happy und freute mich aufs Fahren. Nach der Mittagspause um 13:10 Uhr starteten wir in das zweite freie Training. Die ersten 3 Runden tastete ich mich an die Streckenbegebenheiten hin, bevor ich dann rasch einen guten Rhythmus hatte. Am Ende des zwanzigminütigen freien Trainings reihte ich mich als 3. schnellster ein. Ein guter Anfang ins Wochenende.

Eine sehr flüssige und schnelle Strecke

 

Am Freitagnachmittag stand dann noch das erste Qualifying auf dem Zeitplan. Mit 40 Runden alten Reifen versuchte ich gleich ans Limit zu gehen um nochmals nach der Übersetzung und dem Fahrwerk zu schauen. Die Zeiten vom Vormittag habe ich schon nach wenigen Runden getoppt und habe schnell gemerkt, dass wir die Übersetzung fürs zweite Quali ändern müssen. Am Ende lag ich auf dem 4. Platz mit 1.4 Sekunden Rückstand auf den ersten Platz. Das brachte mich nicht aus der Ruhe, denn für das Quali am Samstagmorgen hatten wir noch einiges auf Lager.

Fokus auf das zweite Qualifying

 

Am Samstagmorgen startete ich ins zweite Qualifying. Ich wusste, dass ich gleich pushen muss und nicht lange warten kann. Denn der Abstand von über 1,4 Sekunden auf den Schnellsten war einfach zu groß. In der ersten Runde bremste mein Bike bei Vollgas ab und auf meinem Display leuchteten alle Lichter. Ich rollte von der Ideallinie weg, damit ich die anderen Fahrer und mich nicht gefährde. Nochmals versuchte ich das Bike zu starten und es war alles wie gehabt. Ich fuhr weiter und plötzlich bremste das Bike in voller Schräglage in der Kurve. Ich habe mich schon im Kies liegen sehen, doch irgendwie habe ich es doch noch geschafft, den Rutscher über das Vorderrad abzufangen. Das war jetzt zu viel des Guten. Ich fuhr direkt in die Boxengasse um mit den Mechanikern das Problem zu finden und zu beheben. Nach einigen Minuten stellte sich heraus, dass der Gangsensor defekt war. Mein Mechaniker Frank Rehberg schaltete die Traktionskontrolle komplett aus und schickte mich die letzten 6 Minuten des zweiten Qualifyings nochmals raus auf die Strecke. Ich hatte ein komisches Gefühl im Bauch und hoffte, dass der Fehler wirklich an diesem Sensor lag. Meine Zeit konnte ich nicht mehr verbessern und lag am Ende nach Q1 und Q2 auf dem 4. Platz.

 Das Gefühl für die Hinterradbremse wird immer besser

 

In der Mittagspause wurde das Bike nochmals gecheckt und der kaputte Gangsensor gewechselt. Ich schaute den Superbikes ein bisschen zu und versuchte so viel wie möglich von den Jungs abzuschauen. Ich fahre mit der 1000ccm immer noch viel zu rund und bleibe zu lange in Schräglage. Normalerweise fährt man die Hubraumstärksten Bikes sehr spitz, und schaut so schnell wie möglich das Bike aufzurichten um beschleunigen zu können.

 

Am Mittag um 16:35 Uhr stand unser erstes Rennen an. Es war sehr windig und 20 Minuten vor dem Start fing es an mit tröpfeln. Wir warteten erst mal ab und schauten ob der Regen stärker wurde. Zum Glück hat es gleich wieder nachgelassen und man konnte mit Slicks in die Startaufstellung fahren. Die Renndistanz betrug 12 Runden. Ich war fit und bestens vorbereitet. In der Einführungsrunde dann der Schock. Mein Bike streikte wieder und sprang nicht mehr an. Ich versuchte alles, doch keine Chance. Ich war den Tränen nahe und sehr enttäuscht. Nicht mal in die Startaufstellung habe ich es geschafft. In der Box wartete bereits mein Manager Andi Ledermann, der das ganze Desaster verfolgte. Er kümmerte sich gleich um mich und gab mir zu verstehen, dass so etwas passieren kann und ich das Ganze schnell vergessen soll.

Im zweiten Rennen hat es dann doch noch geklappt. Platz 3

 

Meine Mechaniker bauten das Bike nochmals komplett auseinander, um den Fehler zu finden. Am Abend stand dann noch die Streckenbegehung an, um die Strecke von einer anderen Perspektive zu sehen. Anschließend gab es leckeres Abendessen. Am Sonntag hatten wir dann das zweite Rennen. Durch meine wenigen Trainingskilometer und den technischen Problemen auf der Strecke, hatte ich ein bisschen Kopfweh, ob ich den Rückstand im Rennen gut machen kann. Wie immer war der Start perfekt und ich bog als zweiter in die erste Kurve ein. In der ersten Runde konnte ich mich schon um 1,4 Sekunden steigern und war vorne mit von der Partie. In der engen Rechtskurve auf die Gegengerade rutschte mein Hinterrad weg und ich verlor somit viel Zeit beim Rausbeschleunigen. Der Führende konnte sich somit leicht absetzen. Nach 12 Runden kam ich als 3. über die Ziellinie. Ich konnte die zweitschnellste Zeit im Feld drehen und hatte auf den 4. Platzierten 17 Sekunden Vorsprung. Für mich war es eine Erleichterung. Zum Glück hat alles funktioniert und ich konnte endlich wieder aufs Podium klettern.

 

Danke an alle Helfer, Freunde und Sponsoren, die mich an diesem Wochenende wieder begleitet haben. Danke an Frank Rehberg und Enrico Precht für Eure Hilfe am Bike. Chris Sannwald hat wieder das halbe Fahrerlager durchmassiert. Auch hier besten Dank für die entspannenden Massagen.

 

Und natürlich auch ein großes Dankeschön an meine Familie.

 

Der Speed ist da, nur muss der Fahrstil noch optimiert werden. In zwei Wochen stehen die nächsten Rennen im holländischen Assen an. Ich freue mich schon, denn die Strecke ist echt der Hammer. Wir versuchen natürlich auch dort ab der ersten Minute konkurrenzfähig zu sein und um den Sieg mitzufahren.

 

Euer Timmy #23


08.08.2018

 

Lauf 5 und 6 zum Suzuki GSX-R 1000 Cup

vom 27. bis 29.6. 2018 in Schleiz

 

Das Saisonhighlight und auch gleichzeitig die Saisonhalbzeit der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft fand vom 27.-29. Juli auf dem Schleizer Dreieck in Thüringen statt. Das Event zieht jährlich weit über 28.000 Zuschauer an. Am Rennsonntag waren die Tribünen wieder komplett besetzt. Der älteste Straßenrundkurs Deutschlands hat eine Länge von 3,805 km und dient nach einer Veranstaltung als öffentliche Straße. Die Strecke hat es in sich und man benötigt, wie schon in Zolder, viel Mut. Mit über 260 km/h Top Speed an Fischteichen und Maisfelder vorbei ist nicht jeder Manns Sache. Die Seng hinunter spürt man, wie das Hinterrad im Drift einen überholen möchte. Ich selbst liebe die Strecke und das Umfeld. Der Kindergarten, der in der Mittagspause seinen Marsch durchs Fahrerlager absolviert und die Kids fleißig Autogramme sammeln oder wie ganze Familien mit Oma und Opa am Rennsonntag auf der Tribüne sitzen, einfach unglaublich.

Wie jedes Jahr volle Tribünen und ein voller Campingplatz

 

Am Donnerstag Mittag bauten wir im Fahrerlager alles für das Rennwochenende auf. Da die Teams nicht wie in Hockenheim eine Box haben, mussten alle ein entsprechendes Zelt mitbringen. Zum Glück waren ja für das ganze Wochenende hochsommerliche Temperaturen gemeldet und keine Unwetter. Wir hatten das Glück und durften uns ins untere Fahrerlager stellen. So waren wir direkt am Vorstart und mussten nicht vom oberen Fahrerlager noch 2 Minuten runter fahren. Nach der Anmeldung konnten wir den Tag ruhig ausklingen lassen.

 

Freitagmorgen 8:00 Uhr die Ampel geht auf grün und das 20 minütige erste freie Training beginnt. Ich war noch nicht ganz wach und tastete mich erst mal ran. Ebenso wusste ich nicht, wie dreckig die Strecke ist. Ich versuchte einfach, das Training durchzufahren und mir so viele Punkte wie möglich zu merken. Am Ende lag ich auf dem 14. Startplatz. Das muss ja nichts heißen. Meistens kann ich meine Leistung erst zu den Rennen abrufen und die Zeiten von der Spitze fahren.

 

Im zweiten freien Training konnte ich mich gleich um 3 Sekunden verbessern und hatte ein deutlich besseres Gefühl zum Bike und zu der Strecke. An drei Stellen versuchte ich die Linienwahl noch ein bisschen zu verbessern und besser aus den Kurven heraus zu beschleunigen. Nach der Spitzkehre, welche man im zweiten Gang fährt, konnte ich ein super Gefühl zur Hinterradbremse entwickeln, um das Vorderrad unter Kontrolle zu bekommen. Nach 20 Minuten lag ich auf dem 3. Startplatz. Auf jeden Fall eine gute Steigerung.

 Buchhübel hinunter Richtung Stadt

 

Bei 38 Grad versuchte ich mich, so oft es ging, unter die kalte Dusche zu stellen, um einen kühlen Kopf zu behalten. Bei den Temperaturen macht es schon fast keinen Spaß mehr in der Lederkombi rumzuspringen. In der Pause hatten wir genug Zeit, um das Fahrwerk ein kleines bisschen zu verbessern. Wir suchten nach mehr Grip am Hinterrad und versuchten das Übersteuern zu reduzieren. Um 16 Uhr stand dann das erste Quali an. Dieses Mal hatten wir 25 Minuten Zeit. Mit meinen Mechanikern habe ich im Vorfeld ausgemacht, dass ich nach drei Runden in die Box komme, um den Luftdruck zu überprüfen und um etwas zu trinken. Dann ging es raus und ich versuchte gleich, schnelle Zeiten zu fahren. Meine Rundenzeit verbesserte ich wieder auf eine 1:30.488 min, aber die Position war wieder gleich. Erste Startreihe, Platz 3. Nach dem Quali war ich echt froh, dass der Freitag gelaufen war. Am Abend grillten wir mit Freunden und drehten gemeinsam eine Runde mit dem Rad um die Strecke. 

Gitte ist für den Schatten zuständig und Gerhard für das Fahrwerk

 

Am Samstagmorgen fand das zweite Qualifying statt. Ich habe ehrlich gesagt an keine Verbesserung der Rundenzeiten gedacht. Ich hatte richtig Spaß auf der Piste und fuhr direkt wieder tiefe 30er Zeiten. Runde für Runde kam ich der 29 näher. Vor mir hatte ich mehrere Fahrer und bog deshalb kurzentschlossen in die Boxengasse ab. Kurzer Check, alles passt. Raus auf die Piste und alles setzen. Ich habe mich damit abgefunden, dass das Hinterrad quer kam und habe dabei alles ausgeblendet. Nach meiner zweiten Runde konnte ich es nicht glauben. Nochmals 0,6 Sekunden verbessert und 1:29,900 min gefahren. Als ich ins Zelt fuhr und das Livetiming am Laptop noch offen war, staunte ich nicht schlecht. Startplatz 2 für das heutige Rennen und am Sonntag. Außer Max Weihe und mir konnte keiner unter 1:30 fahren. Zum Ersten verlor ich 0,2 Sekunden und der Dritte hatte schon eine halbe Sekunde Rückstand auf mich. Ich war mehr als zufrieden.

Sturz im ersten Rennen an zweiter Stelle

 

Zur Mittagshitze hatten wir unser erstes Rennen. Ich informierte mich davor noch beim Reifenausrüster Dunlop, welche Mischung am sinnvollsten ist. Wir dürfen zwischen zwei Mischungen wählen, hart oder weich. Mir wurde die härtere Mischung empfohlen, aufgrund der Asphalttemperatur. Bei der weicheren Mischung kann es passieren, dass Gummistücke durch die Hitze rausgerissen werden. Da war mir das Risiko zu hoch. Ich wählte den harten Hinterreifen. Die Renndistanz betrug 14 lange harte und schweißtreibende Runden. Der Start gelang mir gut und ich klebte die ersten drei Runden dem Führenden wirklich am Heck. Wir hatten schon einen Vorsprung zum Dritten von über 3 Sekunden. Plötzlich baute der Reifen so extrem ab, dass ich anfangs noch gedacht habe, dass Flüssigkeit auf den Hinterreifen kommt und ich deshalb so rutsche. Ich hatte echt Angst und habe mich in jeder Kurve schon liegen sehen. Ich wollte die Pace beibehalten und einfach so weiterfahren. Der Vorsprung stieg und stieg. Es war echt sehr gefährlich und als ich in der siebten Runde oben am Buchhübel einlenkte kam das Hinterrad rum. Neeeeeeeeiiiin!!! Ich hatte keine Chance das Bike abzufangen. Mit hoher Geschwindigkeit rutschte ich den vollen Tribünen entgegen. Ich sah nur noch das Bike, wie es sich anfing zu überschlagen. 1mal, 2,3 und das Vierte Mal. Ich konnte es nicht fassen und musste mich erst mal den Hang hoch quälen, bevor die Zuschauer mit Wasser gesprungen gekommen sind. So einen wichtigen Podestplatz mit über 7 Sekunden Vorsprung auf den Dritten wegzuschmeißen, ist sehr ärgerlich. Das Bike sah auch nicht gut aus. Ist ja auch klar, nach den Überschlägen. Beide Felgen kaputt, Verkleidung, Laptimer, Lenkerstummel, Tank, …. . Oh je, da wartete viel Arbeit auf die Mechaniker.

Mir ging es nach dem Sturz eigentlich ganz gut. Nach dem Duschen legte ich mich erst mal hin und wollte auch zu diesem Zeitpunkt von keinem irgendwas wissen. Jetzt wollte ich nur abschalten und alles vergessen. Ich hoffte natürlich, dass meine Mechaniker das Bike wieder für das Rennen am Sonntag fertig bekommen. Am Abend kamen noch Zuschauer, die das Rennen verfolgt haben. Sie konnten das Rennen nicht mit anschauen und haben sich jedes Mal die Hände vor die Augen gehalten, als ich vorbei kam. Auch die Zuschauer haben das Rutschen aus den Kurven beobachtet und wussten, dass es nicht lange gut gehen konnte.

 Ein herzliches Dankeschön an Dominik Jung, Dennis Schwarz, Volker Lange, Martin Jung , Papa und Ulf Bauerochse für den Neuaufbau des Bikes

 

Der Start zum zweiten Rennen war wieder gut und ich hatte keinen Platz verloren. Vor dem Rennen hatte ich noch ein mulmiges Gefühl, ob wohl alles passte. Denn wir hatten keine Möglichkeit, das Bike davor nochmals zu testen. Ich war wieder vorne mit dabei und konnte auch gleich wieder gute Zeiten fahren. Mein Kopf war auf jeden Fall frei und das war das Wichtigste. Ich hatte die Gegner im Nacken und versuchte die Angriffe abzuwehren. Nach 14 Runden musste ich mich mit 0,4 Sekunden auf Platz 2 mit dem vierten Platz zufrieden geben. Ich habe überall versucht reinzuhalten, aber die Gegner machten die Türe zu. Mit der Brechstange wollte ich es dann auch nicht probieren. Vielleicht wäre ich dann wieder auf dem Hosenboden gelandet. Der weichere Hinterreifen hat deutlich besser funktioniert und ich hatte nicht einen Rutscher zu verzeichnen.

 

Das Wochenende begann sehr gut und ich konnte mich Runde für Runde steigern. Ziel war klar unter 1:30 min zu fahren. Das haben wir erreicht. Leider hat es mit dem Podestplatz nicht geklappt, aber wir waren verdammt nah dran. Ebenso der erste Sektor (Zeitabschnitt), dort fehlten mir nur 0,3 Sekunden auf die IDM Spitze. Wo ich noch Zeit liegen lasse, ist das Rausbeschleunigen aus den Kurven. Das Reinbremsen und die Kurvengeschwindigkeit ist schon sehr gut. Meine Bestzeit lag bei 1:29,700 min. Direkt am Sonntag Abend ging es für mich noch in Urlaub, um zu entspannen und den Stress fallen zu lassen .

 

Jetzt heißt es erst mal, das Bike nochmals komplett zu zerlegen und neu aufzubauen, denn in 3 Wochen geht es am Lausitzring schon wieder heiß her. Ich freue mich schon sehr auf diese Strecke und hoffe, dass ich mein Potential zeigen kann und dieses Mal aufs Podium klettern kann.

 Start ins zweite Rennen

 

Ich möchte mich nochmals bei allen Helfern und Unterstützern, die mir am Wochenende sehr geholfen haben, bedanken. Danke an Chris Sannwald für die top Massage, danke an Gerhard Günther für den Support meines Fahrwerks, danke an Gitte Malo für den rund um Service an der Strecke, natürlich auch an meine ganzen Schrauber Ulf Bauerochse, Volker Lange, Martin und Dominik Jung, Dennis Schwarz und meinem Papa.

 

Danke auch an Mama, die wieder alle perfekt bekocht und für das leibliche Wohl gesorgt hat.

 

Am Sonntag kamen dann noch meine Kumpels Matze und Trung von Bumibros vorbei, die mich am Sonntag filmtechnisch begleitet haben. Seid gespannt, was die Jungs für ein Video zaubern werden.

 

Bis bald

 

Euer Timmy #23


12.07.2018

 

Lauf 3 und 4 zum Suzuki GSX-R 1000 Cup

vom 6. bis 8.7. 2018 im belgischen Zolder

 

Nach der zweimonatigen Pause des Suzuki GSX-R 1000 Cups ging es letztes Wochenende endlich wieder los. Natürlich habe ich die lange Auszeit sinnvoll genutzt und war bei einigen Renntrainings sowie bei Hobby-Langstreckenrennen unterwegs. Ich freute mich umso mehr, wieder um Punkte zu kämpfen und mich mit der starken Konkurrenz zu messen. Der zweite Lauf der Saison fand auf dem Circuit Zolder in Belgien statt. Letztes Jahr konnte ich dort das zweite Rennen gewinnen und auch meinen ersten Podestplatz einfahren.

 

Da ich momentan mitten in der Prüfungsphase meines Maschinenbaustudiums bin, hatte ich die letzten Tage mehr Schule im Kopf als Motorradrennen. Am Donnerstag musste ich mittags noch eine Prüfung schreiben und reiste anschließend mit meinem Fitness Coach Chris Sannwald nach Zolder. Meine Eltern und mein Mechaniker Thomas Kirchner waren mittags schon vor Ort und richteten alles für das Wochenende ein.

 

Am Freitag standen zwei freie Trainings auf der 4,011 km langen Rennstrecke an. Neben zwei Hügeln, wo das Vorderrad hoch in der Luft schwebt und einigen Betonmauern ohne Auslaufzone, kommt man mit unseren Bikes auf einen Top Speed von über 245km/h. Ich musste mich erst mal wieder an die Strecke gewöhnen und tastete mich Runde für Runde ans Limit. Denn auf dieser Strecke möchte man lieber nicht zu Sturz kommen. Nach den zwei freien Trainings lag ich auf dem 11. Platz. Ich machte mir deshalb keine Sorgen darüber. Meine Reifen waren sehr alt und hatten bereits über 60 Runden drauf.

Mit der Trainingsverkleidung am Freitag unterwegs

 

Zusammen mit meinem Fahrwerksmann Gerhard Günther von Zupin Moto-Sport GmbH passten wir das Mupo-Fahrwerk den starken Unebenheiten auf dem Asphalt an und versuchten noch mehr Grip aufs Hinterrad zu bekommen. Das ganze Wochenende hatten wir sehr gute Wetterbedingungen. Die 30° C Lufttemperatur haben es den Fahrern in ihren Lederkombis nicht leicht gemacht. Die Asphalttemperatur stieg auf über 50° C und damit war es für die Reifen eigentlich schon wieder viel zu heiß.

 

Am Samstagmorgen startete ich um 09:45 Uhr ins 20 minütige Qualifying. Mit einem Satz neuen Reifen und viel Kampfgeist konnte ich bereits in der 1. gezeiteten Runde meine Zeit zum Vortag deutlich verbessern. Es hat alles gepasst. Nach 5 Runden kam ich für einen kurzen Check nochmals in die Box. Thomas kontrollierte den Reifendruck und ich nahm nochmals einen kräftigen Schluck Wasser zu mir. Ich hatte auf der Strecke sehr viel Spaß und versuchte noch bei zwei Kurven die Linienwahl zu verbessern. Da die Strecke sehr starke Beschleunigungsphasen hat und ich mit dem in die Luft steigenden Vorderrad zu kämpfen hatte, war es enorm wichtig, die Hinterradbremse zu benutzten.

 Die Schikane optimal erwischt

 

Zum zweiten Qualifying am Mittag verwendete ich die bereits angefahrenen Reifen vom Morgen. Durch die hohe Asphalttemperatur habe ich an keine Verbesserung der Zeiten gedacht. Doch falsch gelegen! Alle Fahrer konnten sich nochmals steigern und das Feld war noch dichter zusammen. Ich konnte mich vom 6. Startplatz auf den 5. Platz verbessern. Das heißt Reihe 2 in der Mitte, eine gute Ausgangsposition für die beiden Rennen am Sonntag. Am Abend grillten wir gemeinsam noch frische Forellen und bereiteten das Motorrad für die Rennen vor.

 

Am Sonntag war es dann soweit. Es standen zwei Rennen auf der Uhr mit jeweils 12 Rennrunden. Im ersten Rennen um 11:05 Uhr konnte ich gleich als Zweiter in die erste Kurve einbiegen. Die Pace war da und ich konnte vorne mitfahren. Bálint und ich hatten über die gesamte Renndistanz schöne Zweikämpfe und Positionswechsel. Am Ende wurde ich Dritter. Das erste Podest in diesem Jahr beim Suzuki GSX-R 1000 Cup. Ich war sehr happy mit dem Ergebnis. Meine Rundenzeit konnte ich wieder um 1 Sekunde auf 1.37,34 min. im Rennen verbessern. 

Platz 3 im ersten Rennen

 

Am Abend um 17:10 Uhr fand der zweite Lauf zum Suzuki GSX-R 1000 Cup statt. Der Start gelang mir wieder perfekt.

 

In der ersten Kurve lag ich schon in Führung. Ich fühlte mich top und wusste, dass ich wieder ums Podest kämpfen kann. Nach wenigen Runden hatte ich aber wieder Armprobleme, wie bereits in Oschersleben. Ich konnte nicht mehr richtig Gas geben und war auch beim Anbremsen chancenlos. Am Ende sprang nur ein enttäuschender 4. Platz heraus.

 

Danke an alle, die mich am Wochenende unterstützt haben. Mama und Papa, sowie Thomas haben wieder einiges geleistet. Gerhard Günther und Sigu haben mir wieder ein super Fahrwerk gezaubert und Chris hat mich in den Pausen ordentlich durch massiert.

 

In 3 Wochen geht es am Schleizer Dreieck wieder weiter. Jetzt heißt es erst mal die letzten Prüfungen für mein Studium gut zu meistern.

 

Danke an alle Freunde, Helfer und Sponsoren für die Hilfe und Unterstützung!

 

Bis bald Euer Timmy #23


04.05.2018

 

Lauf 1 + 2 Suzuki GSX-R 1000 Cup

 

SUPERBIKE IDM Oschersleben 27.-29.04.2018

 

Nach der langen Winterpause und der Vorbereitung auf die neue Saison 2018 geht es endlich wieder los. Eigentlich verflog die Zeit im Nu und schon stand Mitte März der erste Test im spanischen Aragon an. Für mich persönlich war der Test sehr wichtig, um zu wissen, wo wir nach 6 Monaten Pause stehen, oder ob ich das Fahren völlig verlernt hatte. Da wir in diesem Jahr zwei neue Reifenmischungen der Marke Dunlop fahren, hatten wir ein paar Reifensätze mit an Board, um diese ausgiebig zu testen. Das Wetter spielte leider nicht so mit, wir hatten an den 3 Tagen kühle Bedingungen. Ich fühlte mich super auf dem Motorrad und hatte jede menge Spaß auf der MotoGP Strecke.  

Test im Motorland Aragon

 

Eigentlich waren noch 2 weitere Testtage geplant, die ich aber wegen meinem Studium absagen musste. So reisten wir letzten Dienstag zum offiziellen Auftakttraining der IDM (Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft) in die Magdeburger Börde zur Motorsport Arena Oschersleben. Hier standen von Mittwoch bis Donnerstag zwei Tage Training an. Wie auch bereits im letzten Jahr starten wir wieder im Rahmenprogramm der IDM. Am ersten Tag hatten wir noch trockene, aber sehr windige Bedingungen. Ohne großes Risiko konnte ich auf Anhieb gute Zeiten fahren. Ich war für das anstehende Wochenende zuversichtlich und fühlte mich gut. Am zweiten Tag habe ich wegen starkem Regen keine einzige Runde auf der 3,69 Kilometer langen Strecke gedreht. Da wir am Donnerstag nicht zum Fahren gekommen sind, haben wir nochmals einen kurzen Check am Bike durchgeführt und noch ein paar Kleinigkeiten geändert. Am Abend nach der Anmeldung für unseren ersten Cup Lauf drehte ich nochmals zu Fuß eine Runde auf der Strecke. Ich schaute mir nochmals in aller Ruhe die einzelnen Abschnitte an und versuchte mir ein paar Anhaltspunkte auf der Strecke zu merken bzw. einzuprägen.

Höchstmotiviert und zuversichtlich ins erste Rennwochenende der Saison 2018

 

Am Freitagmorgen um 9:25 Uhr stand unser erstes 20 minütige freie Training auf der Uhr und somit das erste Kräftemessen mit der Konkurrenz. Am Ende lag ich von 24 Startern an 19. Stelle. Ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen und wusste, dass noch ganz viel Luft nach oben war.

 An den freien Trainings hatte ich meine Trainingsverkleidung montiert

 

Die Asphalttemperatur zum zweiten freien Training am Mittag war deutlich gestiegen. Direkt ab der ersten Runde versuchte ich einen guten Speed zu fahren. Ich merkte an ein paar Stellen, dass das Fahrwerk noch nicht ganz so passte, wie ich es mir vorstellte. Mit einer 1.31,475 lag ich an 4. Stelle. Auf den schnellsten verlor ich knapp 0,9 Sekunden. Nach dem Turn montierten wir für unser erstes Zeittraining am späten

Nachmittag einen neuen Satz Reifen. Gemeinsam mit Gerhard Günther von Zupin Moto-Sport GmbH änderten wir das Set-Up des Fahrwerks. Jetzt konnten ich angreifen. Nach guten Anfangs-Rundenzeiten steigerte ich mich Runde für Runde im Qualifying. Am Ende lag ich an der 3. Position mit einer Rundenzeit von 1.30,612 und einem Abstand von 0.338 Sekunden auf Platz 1. Somit war ich im ersten Zeittraining bereits schneller als beim Rennen im letzten Jahr.  

Wir sind bereit, um mit der Spitze kämpfen zu können

 

 

Ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, wenn ich überlege, dass Oschersleben nicht zu meinen Lieblingsstrecken zählt. So schnell war ich hier noch nie. Im zweiten Zeittraining am Samstagmorgen konnte ich mich nicht verbessern und wollte auch nichts riskieren, obwohl wir noch einiges an Luft nach oben hatten. Leider verbesserte sich ein Konkurrent in der letzten Minute und verdrängte mich aus der ersten Startreihe auf Platz 4. Dennoch eine gute Ausgangsposition. So langsam bekomme ich auch die Zeiten im Qualifying hin und nicht nur im Rennen. Letztes Jahr war die beste Startposition Platz 6. 15:30 Uhr, die Ampeln gehen aus und der Start ins erste Rennen des Suzuki GSX-R1000 Cups 2018 erfolgt. Ich konnte bereits in der ersten Kurve auf Position 2 fahren und dem Erstplatzierten gut folgen. Die ersten 5 Fahrer waren dicht zusammen und es kam häufig zum Positionswechsel. Runde für Runde merkte ich, wie meine beiden Unterarme immer mehr verkrampften. Ab Runde 7 musste ich abreißen lassen und versuchte, nur noch ins Ziel zu kommen. In den Kurven blieb ich am Gas hängen, da ich meine Hände nicht mehr gespürt habe. Nach 14 Runden kam ich als 5. ins Ziel. Ohne Gaststarter auf Platz 4. Die Top 5 fuhren an diesem Wochenende in einer eigenen Liga. Zum Sechstplatzierten hatten wir 30 Sekunden Vorsprung rausgefahren.

 

 

Ich war sehr enttäuscht und wusste nicht, woher die Beschwerden kamen, denn sie sind zum ersten Mal aufgetreten. Die gleiche Kombi wie das letzte Jahr, Sitzposition gleich, Kopf frei. Ich machte mir einen Kopf, woher die Probleme und die Schmerzen kamen. Am Abend suchte ich noch einen Physiotherapeuten auf, der sich das mal in Ruhe anschaute. Nach einer langen Massage und einem Taping sollte es auf jeden Fall besser werden. Am Abend nahm ich nochmals eine Magnesium, sowie eine Schmerztablette. Ich hoffte nur, dass es im zweiten Rennen weg ist bzw. sich die Arme nicht wieder so deutlich bemerkbar machten. Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück ging es direkt nochmal zum Massieren.Um 10:15 Uhr startete das zweite Rennen. Der Ablauf und das Ergebnis waren identisch wie das erste Rennen. Genau zur Halbzeit der Renndistanz war ich wieder Chancenlos. Ich war echt geknickt. Wir waren so gut bei der Musik und hätten locker um den Sieg fahren können. Stattdessen zwei mal Platz 4 ohne Gaststarter. 

Das Lachen war nach wenigen Minuten wieder da

 

Das Lachen habe ich auf jeden Fall nicht verloren, denn wir haben das Beste aus der Situation gemacht und wichtige Punkte mitgenommen. Die Saison geht noch lange und wir brauchen jeden Zähler. Am 6. Juli geht es im belgischen Zolder zum nächsten Cup-Lauf. Dort werde ich noch stärker zurück kommen und um den Sieg fahren. Jetzt lasse ich mich erst einmal beim Arzt checken und versuche herauszufinden, warum ich auf einmal mit meinen Unterarmen zu kämpfen habe. Denn ich bin dank meines Fitnesstrainers Chris „Sanni“ Sannwald fitter wie je zuvor.

 

Am Sonntag starte ich mit dem VVS Endurance Racing Team auf dem Nürburgring bei den 800 Meilen. Für mich ist das eher ein Trainingsrennen, um Kilometer zu sammeln. Die Woche drauf trainiere ich 3 Tage im tschechischen Most.

 

Danke an alle Freunde, Helfer und Sponsoren für die Hilfe und Unterstützung!

 

 

Bis bald Euer Timmy #23


09.10.2017

 

Lauf 11+ 12 Suzuki GSX-R1000 Cup

 

SUPERBIKE*IDM Hockenheim 29.09-01.10.2017

 

 

 


Wie schnell die Saison schon wieder verflog. Gerade noch das Auftaktrennen am Nürburgring gefahren, schon stehe ich im Fahrerlager auf dem Hockenheimring zum Finale des Suzuki GSX-R1000 Cups und der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft. Der Hockenheimring liegt nur ca. 98 Kilometer von mir daheim entfernt und ist somit mein Heimrennen. Leider konnte ich, bedingt durch meinen Studentenjob bei der Firma Bosch in Waiblingen, nicht wie viele meiner Konkurrenten den Montag und Dienstag vor dem Finale, als Training auf dem Hockenheimring nutzen. Ich machte mich deshalb nicht verrückt, denn ich habe schon einige Kilometer auf meiner Heimstrecke über die Jahre abgespult. Die schönste Erinnerung aus 2015 ist der Doppelsieg in der Suzuki GSX-R750 Challenge. Damals startete ich von Startplatz 8 ins Rennen und konnte beide Rennen gewinnen. Dazu drehte ich noch die schnellste Rennrunde.

 Lieblingsbild aus der Saison 2017

 

Da ich am Donnerstag noch arbeiten musste, startete Papa schon am Morgen mit dem Wohnmobil und Anhänger Richtung Hockenheim. Wir wussten, dass an diesem Wochenende viel los sein wird und jeder die besten Plätze ergattern möchte. Papa konnte einen guten Platz erwischen, um unsere Sponsoren und das Team sauber zu präsentieren. Nachdem ich mit Mama ankam, war schon alles aufgebaut. Ich kümmerte mich noch um die Anmeldung und um alle wichtigen Infos für das Wochenende. Am Freitagmorgen um 9:25 Uhr starte der Suzuki GSX-R1000 Cup in das 20 minütige freie Training. Bevor ich auf die Strecke fuhr, kam Jack Senn #58 aus dem Twin 700 Cup zu mir und meinte, sei echt vorsichtig, die Strecke ist an vielen Stellen noch extrem rutschig. Das kam von den GT-Autos, die zwei Tage davor dort trainiert hatten und sehr viel Gummi auf der Strecke hinterließen. Ich bin immer sehr dankbar für solche Infos , aber leider bin ich ein Fahrer, der das gleich im Kopf hat und dann auch zu vorsichtig ist. Ich bin wie ein Anfänger auf einer meiner Lieblingsstrecken gefahren, Ergebnis: Zweitletzter im ersten freien Training. Ich nahm das Ganze sehr entspannt, denn zum Mittag sollte die Asphalttemperatur und auch die Streckenverhältnisse besser werden.

Volle Konzentration

 

 Am Mittag stand dann eine wichtige Fahrerbesprechung fürs Wochenende an. Hier wurde alles wichtige besprochen, wo wir einen Start üben können, wie man sich verhalten muss, wenn man durch den Notausgang musste, und vieles mehr. Danach ging es direkt zur technischen Abnahme. Hier werden die Helme überprüft, ob sie noch ok sind, ebenso wird das Bike komplett geprüft, ob die Öleinlassschraube gesichert ist, ob die Bremsen funktionieren und ob alles fest angezogen ist. Nachdem alles abgenommen war und ich einen Aufkleber der Technischen Kommissare fürs Bike bekam, starten wir in das zweite freie Training. In der ersten fliegenden Runde war ich bereits 5 Sekunden schneller als am Morgen. Am Ende des Turns lag ich auf dem 10. Startplatz. Wir montierten danach einen neuen Satz Dunlop Reifen und versuchten im 1. Qualifying auf Angriff zu gehen. Leider konnte ich am Abend nur die 8. schnellste Zeit fahren und musste mich mit dieser Position zufrieden geben, bis zum 10.Platz lagen alle sehr dicht zusammen. Am Samstag konnte ich meine Zeit im zweiten Qualifying nicht verbessern. So musste ich vom 8. Startplatz ins Rennen starten.

 

Das Rennen startete um 14:15 Uhr, ich war sehr nervös, da einige Freunde zu Besuch kamen und ich natürlich ein gutes Rennen abliefern wollte. Der Start war mittelmäßig und ich konnte 3 Positionen gutmachen. Leider wurde ich bereits in der ersten Kurve weit rausgedrückt und verlor so wieder einige Plätze. Kurve für Kurve kämpfte ich mich vor. Nach der ersten Runde kam ich als 4. über die Start- und

Zielgerade. Durch die harten Zweikämpfe bildeten sich in der ersten Runde schon ein Vorsprung von ca. 80 Metern zur vorderen Gruppe. Ich konnte die selben Rundenzeiten wie die Führenden fahren. Leider stürzte in der Querspange ein Fahrer direkt vor mir, ich musste aufmachen und einen weiten Bogen fahren, somit wurde der Abstand noch größer zu den Vorderleuten. Nach 16 Rennrunden kam ich als enttäuschender 5. ins Ziel, ich hatte mir mehr erhofft. Leider kann man sein Rennen nie planen, denn es kommt immer anders als erwartet.  An diesem Wochenende verwendeten wir insgesamt 3 Satz Reifen. Für das zweite Rennen am Sonntagmittag gab es nochmals neue Reifen. Ich war sehr motiviert und extrem heiß auf den letzten Lauf im Jahr. Dazu haben wir beim Rennservice von Zupin Moto Sport GmbH nochmals

Änderungen am Setup vornehmen lassen. Gemeinsam mit Peter Preussler haben wir uns dafür entschieden, die Gabel auszubauen, um ein neues Gabelöl zu verwenden.

Am Sonntag hatten wir alle schon mit Regen gerechnet, der Himmel war sehr bewölkt und eine schwarze Regenwand kreiste um Hockenheim. Zum Glück blieb es jedoch trocken. Der Start ins zweite Rennen gelang mir schon viel besser als im ersten Rennen. Ich konnte den Rangeleien

aus dem Weg gehen und direkt der Spitze folgen. Im ersten Rennen war meine schnellste Zeit eine 1:32,680. Bereits in der zweiten Runde konnte ich hintereinander 1:31,850 fahren. Die Zeit war die schnellste Rennrunde von allen Fahrern. 

Ich hatte mega Spaß und fühlte mich gar nicht so schnell. Ich bin wirklich erschrocken, als ich die Zeit auf meinem Dashboard gesehen habe. Ich konnte mich auf den zweiten Platz vorfahren und war direkt hinter Fifty. Leider rutschte ich dann auf die 3. Position zurück. Runde für Runde wurde der Bremsdruck schlechter. Ich fühlte mich nicht mehr so wohl auf dem Bike und musste mich nun vorsichtig an die

Bremspunkte herantasteten. Und zack, lag ich nur noch auf dem 4. Platz. So kam ich auch nach 16 sehr spannenden Runden und fairen Zweikämpfen ins Ziel. So knapp hinter einem Podestplatz, mehr als nur ärgerlich. Nachdem ich ins Zelt kam, konnte Pit die Bremse bis an den Griff heranziehen. Trotz der verbauten Airducts, welche helfen sollen, die Temperatur der Bremszangen zu reduzieren, haben wir

immer noch so Temperaturprobleme. Mit den Technikern von Magura aus Bad Urach haben wir uns danach noch zusammengesetzt. Auf ihr Anraten hin, werden wir als nächstes andere Bremskolben aus Edelstahl oder Titan verwenden um zu sehen, ob der Bremsdruck konstant bleibt. 

Die berühmte Sachskurve

 

Die Saison habe ich als Gesamt 5. abgeschlossen, sicherlich nicht das, was unser Ziel war. Ich habe sehr viel gelernt und hatte in der ersten 1000er Saison anfangs sehr zu kämpfen. Mein Fahrstil gefällt mir selbst noch nicht so recht, auch die Position auf dem Bike. Wenn ich dies über den Winter in Griff bekomme, geht es ganz weit nach vorne. Mit dem Sieg in Zolder und dem zweiten Platz in Schleiz, dazu die schnellste Rennrunde in Hockenheim, weiß ich was ich kann und arbeite weiter daran, mich zu verbessern und alles aufzunehmen, was mich schneller macht.

Ich möchte mich wieder bei allen bedanken, die mich am Wochenende wieder unterstützt haben.

 

Erst mal ein fettes Dankeschön an Peter Preussler. Er ist ein Urgestein im Motorradrennsport und startete in den letzten Jahren in der IDM Superbike. Ich konnte das erste Mal in dieser Saison mich richtig über Probleme und das Verhalten des Bikes äußern. Ich habe von Peter auch Fragen gestellt bekommen, die ich davor noch nie gehört habe. Danke, dass Du dir das Wochenende für mich Zeit genommen hast und mich

dabei mit vollem Einsatz unterstützt hast.

 

Ein riesen Dankeschön geht auch an Sandra Mihailović von RACE YOUR MIND -Level your mental Limits, die mich am Wochenende wieder perfekt unterstützt hat und wir somit auch weiter an meiner mentalen Stärke arbeiten konnten. 

 

Thomas Kirchner, die ruhige Seele und einer der witzigsten Mechaniker, war auch wieder zur Stelle und arbeitete hervorragend und gewissenhaft am Bike. Es ist schön, Dir dabei zuzusehen und mit Dir gemeinsam Spaß zu haben. Danke!!

 

Franky Rehberg hatte auch an diesem Renn-Wochenende wieder alles unter Kontrolle. Er kümmerte sich um die Elektronik und wertete die Daten aus. Danke an Rehberg Racing für die tolle und zuverlässige Unterstützung.

 

Zupin Moto Sport GmbH hatte auch an diesem Wochenende keine Ruhe vor mir. Am Abend mussten sie nochmals das Werkzeug in die Hand nehmen, um die Gabel zu zerlegen und zu warten. Top, echt spitze, was Ihr geleistet habt. Immer ein offenes Ohr, was Fahrwerk angeht. Herzlichen Dank hierfür!

Die Crew war mit am Start

 

 

Mein Vertrauenshändler Alois Stein von Motorrad Stein aus Rüsselsheim war das ganze Wochenende zur Stelle und schaute was sein Fahrer und die Tochter so anstellten. Tochter Eva Stein startete im Twin 700 Cup und glänzte mit den Plätzen 5 und 9. Danke auch an alle Sponsoren, Freunde und Bekannte!!! Euer Support und die Unterstützung, sowie das Daumendrücken ist Weltklasse!!!

 

 

Zuletzt möchte ich mich bei meiner Familie bedanken, die mich die ganze Saison unterstützt hat, und ohne die ich diesen Sport nicht ausüben könnte. Auch habe ich mich sehr darüber gefreut, dass meine Schwester Lisa die Zeit gefunden hat, um mich zum Rennen zu begleiten.

 

Am Sonntagabend ging es für mich direkt nach dem Rennen ins 972 Kilometer entfernte Ungarn. Dort angelte ich für meinen Sponsor, der Angelzentrale Herrieden und Gorilla Baits am 592 Quadratkilometer großen Balaton See. Danke an Christine und Norbert Trux für den Service und die tolle Unterstützung.

 

Wie es 2018 weitergeht, kann ich Euch jetzt noch nicht sagen. In den nächsten Tagen werdet ihr nochmal eine Zusammenfassung über meine Saison 2017 im Suzuki GSX-R1000 Cup erhalten.

 

Bis dahin wünsche ich Euch allen eine gute Zeit.

 

Timmy #23


5.09.2017

 

Lauf 9+ 10 Suzuki GSX-R1000 Cup

 

SUPERBIKE*IDM Oschersleben 1.-3.09.2017

 

 

 

Vor dem Wochenende in Oschersleben, fuhren mein Vater und ich ins Tschechische Brünn um 3 Tage mit ActionBike zu trainieren. Die Wetterbedingungen waren hervorragend, wir hatten das Wochenende über 33°C. Eigentlich war es schon wieder zu warm, denn mit 54°C Asphalttemperatur funktionierten die Reifen auch nicht mehr so perfekt. Bereits im ersten Turn, kam ich super zurecht und ich konnte mich kontinuierlich steigern. Leider musste ich am Ende des Tages vom Bike springen, da ein anderer Fahrer spitz in meine Linie fuhr und ich zügig Richtung Mauer schoss. Das Bike hat zum Glück nicht wirklich was abbekommen. Im Medical Center wurde ich geröntgt und es wurde ein angebrochener Zeh festgestellt was auch ziemlich weh tat. Wir hatten nun 4 Tage Zeit das Bike wieder perfekt vorzubereiten, bevor es zum vorletzten Lauf des Suzuki GSX-R1000 Cups nach Oschersleben ging.

 

Anfang der Saison war ich bereits 3 Tage auf der 3.67 Kilometer langen Strecke in Oschersleben zum trainieren und hatte Schwierigkeiten, auf schnelle Rundenzeiten zu kommen, daher versuchte ich bereits im ersten freien Training eine hohe Pace zu setzten um keine Zeit mit der Abstimmung am Fahrwerk zu verlieren.

Das erste freie Training startete am Freitagmorgen um 9:25 Uhr. Die Temperatur war noch sehr frisch und ich versuchte in den 20 Minuten meine Lenkerposition herauszufinden. Die Lenkerschellen hat Papa an seiner Fräsmaschine abgeändert, damit ich die Lenkerstummel weiter nach außen bekomme. Die Zeiten waren noch nicht wirklich schnell, trotzdem hatte ich schon ein deutlich besseres Gefühl durch die veränderte Einstellung. 

Schnellste Zeit am Wochenende 1.31,2

 

 Im zweiten freien Training konnte ich mich deutlich steigern und war für das erste Qualifying am Freitagabend zuversichtlich. Mit neuen Reifen versuchte ich gleich am Anfang eine schnelle Runde hinzubekommen. Am Ende lag ich auf der 8. Position. Die ersten zehn Fahrer lagen sehr eng zusammen. Am Samstagmorgen bei besten Wetterverhältnissen verbesserte ich meine Rundenzeit nochmals und lag Zeitweise auf der 3. Position. Leider rutschte ich auf den 8. Platz vom Vortag zurück. Das Feld lag sehr dicht beieinander, das gab es in dieser Saison noch nicht. Die Zuschauer und wir Fahrer konnten auf zwei spannende Rennen hoffen.

Beim ersten Rennen am Samstagnachmittag bin ich bereits am Start mit einer Schrecksekunde davongekommen, ein Fahrer und ich sind aneinander geraten und hatten Glück, die Bikes wieder unter Kontrolle zu bringen. Ich konnte bis 5 Runden vor Schluss um Platz 4 mitfahren, leider fiel ich dann bis auf Platz 6 zurück. Die Enttäuschung war natürlich groß. Nach dem Rennen nahmen wir gleich am Fahrwerk Änderungen vor, um im zweiten Rennen besser attackieren zu können. Wir stellten das Federbein weicher, um mehr Grip aufs Hinterrad zu bekommen. So wollten wir das Rutschen des Hinterreifens beim Beschleunigen verringern. Ebenso haben wir nochmals einen neuen Vorderreifen bei Dunlop montieren lassen.

Harte aber faire Zweikämpfe

 

Der Start zum zweiten Rennen verlief perfekt. Keine Berührung und von Startplatz 8 auf 4 in der ersten Kurve. Wie auch im ersten Rennen konnte ich am Anfang konstante 31er Zeiten fahren und war bei den Top 4 dabei. Beim Rausbeschleunigen aus der Hasseröder und auf die Gegengerade musste ich mit viel Gefühl ans Gas gehen und verlor auf die Spitze unheimlich viel Zeit. Ich konnte anfangs immer wieder durch extrem späte Bremsmanöver aufschließen und durch einen höheren Kurvenspeed der Spitze folgen. Leider wurde das Rutschen Runde für Runde schlimmer. Ich habe kein Vertrauen mehr zum Hinterrad gefunden und war pro Runde fast 1 Sekunde langsamer. Nach 15 Runden kam ich als fünfter ins Ziel, Schadensbegrenzung. Leider erwies sich das Fahrwerkssetup als ein Griff in die falsche Richtung.

Ich musste abreißen lassen und konnte nicht mehr folgen

 

Trotzdem bin ich zufrieden mit den Rundenzeiten, da ich noch nie so schnell in Oschersleben war. Ich muss mir unbedingt den runden Fahrstil aus meiner 600ccm Zeit abgewöhnen und versuchen, spitzer zu fahren. So kann ich früher beschleunigen und verliere nicht so viel Zeit am Kurvenausgang. Danke an alle, die mich am Wochenende wieder unterstützt haben. In 3 Wochen geht es zu einer meiner Lieblingsstrecken, ins badische Hockenheim. Dort findet das Finale des Suzuki GSX-R 1000 Cups statt. Ich freue mich sehr darauf und werde alles geben, um nach zwei nicht so erfolgreichen Wochenenden endlich wieder auf dem Podest stehen zu können.


2.08.2017

 

Lauf 7 + 8 Suzuki GSX-R1000 Cup

 

SUPERBIKE*IDM Assen 11.-13.08.2017

 

 

Nachdem das Wochenende in Schleiz mit dem zweiten Platz im zweiten Rennen noch versöhnlich endete, bin ich natürlich hochmotiviert ins 700 Kilometer entfernte niederländische Assen gereist. Vergangenes Wochenende war die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft zu Gast auf dem TT Circuit Assen. Wir waren wieder im Rahmenprogramm mit dem Suzuki GSX-R1000 Cup dabei und happy, endlich wieder

auf einem MotoGP Kurs fahren zu können. Die 4,555 Kilometer lange flache Rennstrecke ist eine sehr schnelle Rennstrecke. Besonders der hintere Streckenabschnitt bis zur Ramshoek-Kurve hat es in sich. Hier sollte man besser nicht stürzen, sonst kommt man im Nirgendwo zum Liegen. 2009 startete ich das erste Mal mit dem Junior Cup 2009 auf der Strecke. Damals war die Gegengerade am Ende noch nicht mit einer Schikane entschärft. Mir gefällt die Strecke sehr und freute mich umso mehr auf das Wochenende.

Der Fokus lag am Wochenende auf Podestplätze

 

Wie auch in Schleiz hatten wir am Freitag zwei freie Trainings, um mich auf die Strecke einzuschießen. In den 2 x 20 Minuten konnte ich meinem Dad und den Jungs von Zupin Moto-Sport GmbH meine Probleme am Fahrwerk schildern und anschließend gemeinsam ändern. Ebenso haben wir das optimale Übersetzungsverhältnis für die Strecke herausfinden können. Am Abend stand das erste Qualifying des

Suzuki GSX-R1000 Cups auf dem Zeitplan. Da der Wetterbericht für das zweite Qualifying am Samstagmorgen Regen angesagt hatte, mussten wir jetzt schon alles setzen und versuchen, eine top Zeit in den Asphalt zu brennen. Denn im Regen kann man seine Zeiten nicht mehr verbessern. Ich konnte mich für die 8. Startposition qualifizieren, was heißt: 3. Startreihe. Eigentlich wollte ich ja dieses Mal unter den ersten 5 stehen. Leider habe ich keine schnelle gezeitete Runde hinbekommen.

Das zweite Qualifying fand auf nasser Strecke statt.

 

Auf den Wetterradar war Verlass. Am Samstagmorgen war es dunkel über Assen. Die Strecke war komplett nass . Auf den zweiten Felgensatz montierte Dunlop einen neuen Satz Regenreifen. Ich sah das 2. Qualifying als Training und wollte mich mit den Regenreifen ein bisschen einfahren. Schließlich sollte am Mittag bei unserem Rennen immer noch mit Regenschauern zu rechnen sein. 

 Immer nach vorne schauen, auch wenn es mal nicht so läuft

 

Wir hatten echt mega Glück. Durch einzelne Sonnenstrahlen trocknete die Piste nur langsam ab. Da vor uns noch einige Trainings statt fanden, musste die Strecke bis zum Mittag trocken sein. So war es dann auch. Von der 8. Startposition startete ich ins Rennen. Ich merkte ab Runde 3, dass etwas mit dem Bike nicht stimmte. Das Bike stotterte und ging an manchen Stellen sogar vom Gas, obwohl ich voll durchbeschleunigte. Ich versuchte mit aller Kraft den 6. Platz ins Ziel zu fahren was mir nach 12 Runden auch gelang. Ich war enttäuscht. Nicht das Ergebnis, was wir uns vorgestellt hatten. Nach dem Rennen kamen einige Freunde, die das Geschehen an der Strecke verfolgt hatten zu uns, um nachzusehen, was mit dem Bike los war. Sie haben es ebenfalls gehört und gesehen. Am Abend gab es noch im Suzuki Zelt eine kleine Challenge unter den Fahrern und Helfern. Ziel war es, in kürzester Zeit einen Reifenwechsel durchzuführen, ein Visier am Helm zu wechseln und eine Lederkombi anzuziehen. Alle hatten jede menge Spaß und es gab einiges zu lachen. Es war ein schöner Abend. 

 Aufholjagd im zweiten Rennen

 

Das zweite Rennen am Sonntagmittag fing schon gut an. Eine halbe Stunde Zeitverschiebung, da in der Superbike IDM wegen Öl auf der Strecke mehrere Fahrer zu Sturz kamen. Nach Durchsage der Streckensprecherin öffnete die Piste um 16:45 Uhr. Da wir im Fahrerlager standen und keine Box hatten, wurden wir mit Fehlinformationen versorgt. Bereits um 16:40 Uhr sind einige Cup Fahrer in die Einführungsrunde gestartet. Schnellstmöglich eilte ich zur Boxenausfahrt. Die Ampel schaltete in dem Moment auf rot und ein weiterer Cup-Fahrer stand mit mir vor geschlossener Boxenausfahrt. Innerlich kochte ich über und fing mit den holländischen Streckenposten an zu diskutieren. Ich versuchte Ihnen zu erklären, dass sie den Fehler gemacht hatten und eine falsche Zeit angesagt hatten. Leider hatten sie dafür kein Verständnis. Der Cup Organisator Sascha Schoder kam mit Eile, um die Lage zu klären. Lange Rede kurzer Sinn. Ich musste von der letzten Starposition ins Rennen starten. Innerlich kochte ich vor Wut und musste schauen, um einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Ampel ging auf grün und das Rennen startete. Natürlich versuchte ich schnellstmöglich nach vorne zu kommen. Mit harten Überholmanövern lag ich bereits in der ersten Runde auf Platz 7. Ich nutzte jede kleine Lücke, um den Gegner auszubremsen und zu überholen. Leider verlor ich wertvolle Zeit beim Überholen, somit war das vordere Feld schon enteilt. Da ich die Zeiten wie die Spitze fahren konnte, war ein aufschließen fast unmöglich.

Am Ende belegte ich den 5. Platz. Ich gab mein Bestes, leider war an diesem Wochenende nicht mehr drin. Nachdem ich die Zeiten des Rennens anschaute und ich mit meinen gefahrenen Runden gut um das Podest mitfighten hätte können, war ich um so mehr frustriert und enttäuscht. Der Fehler lag ganz klar nicht bei uns, sondern bei der Organisation. Die Zeit im Livetiming stimmte mit der Durchsage nicht überein.

 

Das Wochenende habe ich schnell abgehakt und schaue nun nach vorne. Ich versuche noch 2-3 Tage trainieren zu gehen, bevor es dann weiter nach Oschersleben geht, zum zweitletzten Lauf des Suzuki GSX-R1000 Cups.

 

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei allen Helfern und Freunden, die mich am Wochenende unterstützt haben und natürlich auch an alle Sponsoren, ohne die ich nicht fahren könnte, bedanken.

 

Auch am Wochenende haben mich Sandra Mihailović von RACE YOUR MIND -Level your mental Limits, sowie die Jungs von Zupin Moto-Sport GmbH perfekt unterstützt. Vielen Dank.


2.08.2017

 

Lauf 5 + 6 Suzuki GSX-R1000 Cup

 

SUPERBIKE*IDM Schleiz 28.-30.07.2017

 

 

Am Wochenende fand das 5. und 6. Rennen zum Suzuki GSX-R 1000 Cup statt. Dieses Mal starteten wir im Rahmen der IDM (Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft) auf dem „Schleizer Dreieck“. Schleiz gehört definitiv nicht zu meiner Lieblingstrecke, dennoch habe ich gute Erinnerungen an 2015 wo ich in der Suzuki GSX-R750 Challenge in beiden Rennen den 3. Platz erreichen konnte. Die Veranstaltung ist für Fahrer wie auch für Zuschauer das absolute Highlite in der Saison 2017. Die Naturrennstrecke mit 3.805 km Länge ist eine große Herausforderung für alle Fahrer und die Zuschauer sind hautnah mit dabei. Am Rennsonntag hatten wir 28.500 Zuschauer, was natürlich volle Tribünen auf dem Buchhübel bedeutete. Nachdem wir am Mittwoch Abend den reparierten Tank, welcher beim Sturz in Zolder beschädigt wurde, bei der Firma Taglieber GmbH in Fellbach-Oeffingen abholen konnten, starteten wir gemeinsam in Richtung Schleiz. Vielen Dank an Uli Mack für das Richten und Ausbeulen des Tanks. Er sieht aus wie neu und hat die alte Form wieder. Klasse Arbeit!

Volle Tribünen und spannende Rennen auf dem Schleizer Dreieck!

 

Am Freitag hatten wir neben zwei freien Trainings mit jeweils 25 Minuten Fahrzeit das erste Qualifying mit 20 Minuten. Leider hatten wir in den ersten freien Trainings Probleme mit der Schaltung. An zwei Stellen konnte ich nicht in den 4. Gang schalten und verlor dabei viel Zeit. In der Schikane vor der Senke gab es zwei große Wasserflecken, welche noch durch das starke Unwetter vom Vortag stammten. Die Flecken,
lagen direkt auf der Ideallinie. Auch hier verlor ich wieder Zeit. Am Ende des Tages lag ich gerade mal auf dem 10. Startplatz, was natürlich nicht zufriedenstellend war. Am Abend zerlegten meine Mechaniker nochmals das Bike und bereiteten alles für den nächsten Tag vor. Danke auch an
Detlef und Kjel Karthin, die uns ebenfalls nochmals Tipps gegeben haben und uns mit ihrem technischen Wissen unterstütz haben.

Runde für Runde lief es besser

 

Jetzt muss alles passen. Am Samstagmorgen startete ich mit einem super Gefühl in das zweite Qualifying. Die Strecke war komplett trocken und ich hatte keine Schaltprobleme mehr wie am Vortag. Ich fand schnell meinen Rhythmus und verbesserte meine Zeit direkt um 2 Sekunden. Nach 20 Minuten lag ich auf dem 6. Startplatz. Zur Spitze fehlten mir 0.8 Sekunden.

Start ins erste Rennen

 

Der Start ins erste Rennen verlief recht gut. Ich konnte meine Position halten und in der ersten Runde zwei Positionen gut machen. Leider hatte ich ab Runde 4 mehrere Vorderradrutscher. Das Gefühl zum Vorderrad war verloren und ich versuchte einfach einen passenden Rhythmus zu finden. Der Spitze konnte ich leider nicht mehr folgen und musste abreißen lassen. Nach 14 Rennrunden kam ich als 5.

über die Ziellinie. Nachdem wir das Bike am Samstagabend für das zweite Rennen am Sonntagmorgen vorbereiteten, konnten wir an der Gabel feststellen, dass sie auf Block ging. Ich hatte somit keinen Puffer mehr. Da wir in diesem Jahr sehr eng mit der Zupin Moto-Sport GmbH zusammenarbeiten und ich dort auch einen Servicevertrag habe, sind die Jungs und Mädels meine ersten Ansprechpartner, wenn es um das

Setup am Fahrwerk geht. Gemeinsam konnten wir nochmals am Federbein ein paar Änderungen vornehmen und die 105er Feder gegen eine 102er Feder tauschen. So hatte ich am Hinterrad nochmals mehr Grip. An der Gabel selbst haben wir nur etwas mehr Öl nachgefüllt. Jetzt kann ja nichts mehr schief gehen. Lange habe ich überlegt, ob ich mir für das zweite Rennen einen neuen Satz Dunlop Reifen montieren lassen soll. Ich habe mich schlussendlich dagegen entschieden, da ich schauen wollte, wie lange der Endurance Reifen hält.  

Zupin Moto-Sport GmbH immer vor Ort. Eine coole Truppe, die genau weiß was sie tut!

 

Für mich ging es am Samstagabend früh ins Bett, denn ich hatte am nächsten morgen einiges vor. Das Rennen startete um 11:15 Uhr. Es sind so viele Freunde und Bekannte gekommen, um die Daumen zu drücken, echt der Wahnsinn. Minute zu Minute wurde ich nervöser und zog mich deshalb nochmals eine Stunde davor ins Wohnmobil zurück. Neben chilliger Musik im Ohr, fuhr ich im Kopf nochmals die Strecke ab. Nachdem die zweite Durchsage in den Lautsprechern ertönte, machte ich mich auf den Weg zum Vorstart. Nachdem die Einführungsrunde vorbei war, ging es endlich los. Der Start gelang mir super und ich bog als 4. in die erste Kurve ein. Ich fühlte mich super auf dem Bike und konnte gleich vorne mitfahren. Nachdem ich das zweite Mal über den Zielstrich kam, war ich bereits zweiter. Der Abstand zum Vordermann Christof Höfer lag immer um die 2 Sekunden. Ich konnte mich langsam an ein paar Stellen heranfahren. Durch Überrundungsmanöver habe ich wertvolle Zeit verloren. Am Ende wollte ich nichts mehr riskieren und fuhr den zweiten Platz nach Hause. Mit 4 Sekunden Rückstand auf den Ersten kam ich ins Ziel. Leider hat es an diesem Wochenende nur zum zweiten Platz auf dem Podest gereicht. Ich konnte konstante Rundenzeiten fahren, 3 Runden lagen sogar innerhalb 0.03 Sekunden. An diesem Wochenende konnte ich weitere wichtige Punkte sammeln

und versuche jetzt, in der restlichen Saison schon am ersten freien Training vorne mitmischen zu können.

Sind sie nicht schön………………… die Pokale :-)

Mental Trainerin Sandra Mihailović und Personalcoach Christoph Sannwald

Ein riesen Dankeschön geht auch an Sandra Mihailović von RACE YOUR MIND -Level your mental Limits, die mich am Wochenende wieder perfekt unterstützt hat und wir somit auch weiter an meiner mentalen Stärke gearbeitet konnten. Ebenso ein fettes Dankeschön an meinen Personalcoach Christoph Sannwald, der den weiten Weg auf sich genommen hat, um mit seiner Freundin Lisa das Geschehen zu beobachten. Chris hat mich momentan unter den Fittichen und baut einen perfekten Ernährungs- sowie Trainingsplan für mich auf. Mein Motorradhändler des Vertrauens, Alois Stein, kam am Sonntag extra zu Besuch, um zu sehen, was sein Schützling auf dem Bike so anstellt. Er war so begeistert, dass er schnellstmöglich wieder mit auf die Rennstrecke möchte. Natürlich geht auch ein Dankeschön an Thomas Kirchner, Mama und Papa die am Wochenende wieder mit dabei waren und alles gegeben haben. In zwei Wochen geht es weiter im holländischen Assen. Ich freue mich sehr darauf, da mir die Strecke gefällt und ich wieder alles geben werde, um vorne mitfahren zu können.

Zu Besuch Alois Stein (Motorrad Stein aus Rüsselsheim)